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Polen, warum nicht Polen?

Der Sommer ist für uns immer ein wenig schwierig zum reisen, wir sind ja eher Fans von Vor und Nachsaison. Aber weg wollen wir dennoch, also wo ist es angeblich nicht zu voll? Ostsee inPolen… schaun wir mal!

Wir beginnen die Reise vollkommen unsinnig mit einer Fahrt nach Kleinblittersdorf, da ist ein Treffen unserer Facebookgruppe „ Campingspass Wohnmobil“ . Nun muss ja wirklich kein Mensch je nach Kleinblittersdorf, aber wir haben uns angemeldet und freuen uns darauf, ein paar. Mitglieder real kennenzulernen,die wir nur schriftlich kennen.

Wir bekommen für unsere Reise das Gruppenmaskottchen, den Wombel als Gasteltern, und dürfen ihm so ein Stück Welt zeigen. Also nicht wundern, warum er immer mal wieder auftaucht.

Sehr witzig, dass wir unsere langjährigen Venedigfreunde ausgerechnet hier treffen, Gaby kommt von hier und besucht gerade mit Alfred Ihre Familie, natürlich verabreden wir uns wenigstens auf ein kleines Frühstück, Superschön!

Der Platz an der Saarlandtherme ist ok. Von der umliegenden Erlebnisgastronomie etwas zu sehr beschallt….und ein bisschen Grünpflege könnte auchnicht schaden, aber es ist für 2 Tage ok.

Ich habe, weil es ja Sommer ist unsere Daunendecken zu Hause gelassen und statt dessen wie Wildseidenen mitgenommen…schwerer Fehler: wir frieren, also. Nicht direkt nach Polen, sondern nach Hause und Bettzeug wechseln. Somit schon der erste Tag Verspätung, aber wir haben ja Zeit.

Potsdam

Ihr kennt sicher den Konflikt zwischen Strecke machen und Bequem reisen? Meine Lieblingsetappen sind deutlich kürzer, aber heute müssen es die 600 KM nach Potsdam sein. Wir kommen relativ gut durch, stellen uns auf einen Stellplatz zu Fuss 10 Min von Sanssoucis entfernt, und verbringen eine recht angenehme Nacht. Aldi/Rewe ist nah und so gibts frische Brötchen zum Frühstück, und danach : auf zum Schloss! Wir haben es ja alles schon oft auf Bildern oder in Filmen gesehen, aber der Anblick ist dennoch überwältigend. Park und Schloss strahlen eine fast greifbare Harmonie und Ruhe aus! Wir sind begeistert. Direkt am Schloss gibt es übrigens einen netten Stellplatz, Vorteil: am. Schloss, Nachteil: man kann nix einkaufen.

Zeeland, Pleiten, Pech und Pannen

Wenn wir mal schnell weg wollen und Seeluft brauchen liegt Zeeland ganz nah. Es ist immer schön, IMMER! Nur diesmal war der kleine Wurm drin. Trotzdem schön.

Wir hatten in Zoutelande „ Weltevreden“ gebucht, denn der Platz ist klein und schnell belegt. Direkt nach der Buchung konnte ich auch schon wieder verschieben. Die grosse Schwester der Holden war zu Besuch, und wollte eigentlich nach Hause in die Ägäis fliegen. Wir dachten ein Antigentest langt. Er langt nicht! Es muss ein Pcr Test sein. Der dauert aber 48 Stunden. Also Ticket verfallen, neues gebucht. Zeeland umgebucht. Schwester nach Frankfurt zum Flieger gebracht, im Wohnmobil, das ging verblüffend gut mit parken! Und direkt weiter!

Keine 500 Km weiter und wir sind nachmittags da! ich übersetzte Weltevreden als Dummie natürlich mit Weltfrieden und fand das sehr poetisch.

Strand Zoutelande

Es heisst nur: gut zufrieden….smile. Zufrieden waren wir nicht mit dem Stellplatz! Nebenan stand eine Familie mit 3 Knaben, die den ganzen Tag kickten, und ich mag keine Bälle am Wohnmobil. Da bin ich humorlos. Ausserdem standen wir recht dicht an der Strasse. Am nächsten Tag zogen wir tatsächlich einen Platz weiter…mit mässigem Erfolg.

Strand Weltevreden

Was super war: wirhatten diesmal ein kleines Strandhüttchen dazu gebucht, wo der liebe Matti sich windgeschützt sofort einen saftigen Sonnenbrand einfing. Wer denkt auch Ende März an Sonnencreme? Ich jetzt schon.

Strand Zoutelande
Strandhütten Zoutelande

Vor der Reise hatte ich endlich auf Alutankflaschen umgerüstet, und dabei auch die ersehnte Aussengassteckdose einbauen lassen. Tollen Klappgrill gekauft. Hmmmm Aussensteckdose in Wohnmobilen haben 30 Mbar, Grills in Deutschland 50 Mbar, Meinung der Facebook Hilfsmannschaft: wird trotzdem gehen. Geht aber nicht! Der Grill wird warm.aber nicht heiss.

Zum Düsen ausbauen bin ich leider nicht begabt genug, also muss ein neuer Grill her. In den Niederlanden kein Problem. Und hier haben die auch 30 Mbar. Es lebe Europa! Hauptsache die Bananen haben ne Din Norm.

Also erstmal checken, wo man einkaufen darf. Mit click und co oder im Laden oder wie auch immer. Es gibt einen shop der offen hat, also locker mit dem Delfin über 2 Inseln, und einen Cadac safari erstanden. Total unsexy, kein Männergrill. Aber man kann drauf grillen und kochen und braten. Und manchmal muss man auch vernünftig sein. Also, wir haben einen Cadac und er tuts. Und nein, Schön ist er auch nicht.

Konigsdag. 18 Dosen Heineken und die wunderbaren Hemden gehören uns. Nur kein Neid, geschmackvoll kann jeder!

Grillen geht also. Abends mal bisschen Tv wäre nett, also Schüssel ausfahren, Fernsehen einschalten. NIX. Kein Bild, kein gar nix. Das Teil bekommt keinen Strom. Also: Bedienungsanleitung…Power gedrückt. NIX. Haben die bösen Buben bei der Aussensteckdose mein Kabel durchgebohrt?? Ok, wieder über 2 Inseln in eine Werkstatt, der misst durch, Strom ist ok, Tv kaputt. Matti checkt Amazon. Liefern in 24 Stunden auch nach Holland. Haben aber unsere Grösse nicht. GRR… Dann wird eben gespielt und nicht geglotzt. Trotzdem lässt es mir keine Ruhe. Bediengsanleitung. Power…umschalten, einschalten, dvd…alles einleuchtend. Zauberwort: Hauptschalter! Ist aber auf dem Bild nicht zu sehen.. ich klapp das Teil von der Wand. Untendrunter ist ein Kippschalter. Eingeschaltet, Power on. Haben doch die Gasjungs meinen Tv ausgeschaltet. Und ich hätte nun fast zwei Fernseher gehabt.

Und wenn der Wurm drin ist dann beisst er erbarmungslos zu. Trotz Sonnenbrand, Grill und Tv habe ich immer noch ein Lächeln im Gesicht. Das vergeht mir ganz schnell! Auf der Rückfahrt von der Werkstatt leuchtet die Tankanzeige. Ok, nächste Tanke raus, gegrinst, geblödelt, Super getankt. Wir fahren aber DIESEL. IN der Tankstelle schreibt mir ein sehr Netter Mitarbeiiter die Adresse auf und ich rufe den ADAC an. Das macht amn aber heute online. Aha. Ok, mal sehen ob sich. Jemand meldet? Hut ab: 10 Minuten später meldet sich eine nette Dame, die in 90 Minuten jemanden schickt. DerTankstellenmitarbeiter sperrt die Spur die wir blockieren, sehr freundlicher Mann…

Die Wegenwacht kommt mit einem Spezialfahrzeug, pumpt meinen Teuren Superkraftstoff raus… spült durch, schaut diverses in der Elektronik an, und grinst: lch könne jetzt tanken. Diesel wäre nicht schlecht! Ich glaube es kann sich kaum jemand vorstellen, wie blöd sich das anfühlt….und bei jedem Tanken, schau ich 2 mal..und hab dennoch die Faust im Magen…

Pfingstrosen in Traumfarbe

Wir verbringen noch etwas Zeit in Zierikzee, ich gehe zum Friseur, und erfahre, dass mein Schnitt in den Niederlanden Nazischnitt heisst, das aber keineswegs böse gemeint sein. Egal, dafür essen wir gut, die Aussengastronomie darf öffnen, und wir stürzen uns wie die Bescheuerten auf Kibbeling und co. .

In Yerseke muss es wie immer die Oesterij sein. Wir wollen nicht fahren und stellen uns auf den örtlichen Stellplatz. Das ist ein Schotterplatz mit nix. Doch: es gibt eine Mülltonne. Aber wir stehen direkt an einer Weide , es ist herrlich ruhig, und die Pferde kommen zum schmusen. Na ja, die eine oder andere Karotte war da auch im Spiel.

Die Rückfahrt klappt ohne Zwischenfälle. Das muss ja auch mal erwähnt werden.

Fazit: ich danke der Shell Tankstelle an der Zeelandbrug, der Wegenwacht, dem ADAC, dem Werkstattmann der kein Geld fürs Strom messen wollte…..und: Liebe Gasjungs bei der Freizeitecke Weber: lasst die Finger von Dingen die euch nix angehen!!

Sizilien im Frühling

Nach der nicht ganz so tollen Spanien Reise imWinter ( unsere Schuld) wollen wir Richtung Sonne, warm und Kultur. Da bleibt ganz schnell nur ein Ziel. Ganz wichtig: Sizilien ist Gelb, die Einschränkungen halten sich also in Grenzen. Wegen der Pandemie zieht es uns sowieso eher in die Natur als in Städte. Also starten wir das Abendteuer Sizilien!

Erste Frage: Wie hinkommen? Ich kalkuliere Zeit und Geld und Strecke und was mir sonst so in den Sinn kommt…preislich ist Fähre und Fahren relativ gleich, also mit der Fähre hin und über Land zurück?

Grau ist alle Theorie, es sollte ganz anders kommen!

Fähre buchen, mit Hund…hmm… doch geht, nicht in der gewünschten Kategorie, aber es geht. Welche Gesellschaft? Pustekuchen, ab Genua gibt es nur GNV. Ok. GNV mit Hund und Wohnmobil.Essensgutschein? Klar, wenn man was sparen kann, wir sind ja 20 Stunden auf dem Schiff.

Wohnmobil klar machen, Zum Coronatest und los. Autobahn ist angenehm leer, in Basel ist kein Zöllner, wir brauchen aber einen, weil wir diesmal noch keine Vignette haben. Es kommt einer, verkauft uns den Papper und weiter…. in Chiasso ist wirklich gar nix los und wir werden einfach durchgewinkt. Was ist denn nun mit Coronatest und Selbsterklärung??

Die Fahrt verläuft sehr gut, bis 100 Km vor Genua aus der Strasse ein Freizeitpark wird. Auf und Nieder, Linksrum, Rechtsrum, vielleicht noch ein Looping? Nein, doch nicht? Ok… vor Genua Stau, wir sind gut in der Zeit, aber über eine Stunde direkt vor der Ausfahrt nervt einfach.

Warten

Das Navi findet den Hafen, es ist 15 Uhr, um 18 Uhr sollten wir da sein. Ich Naivling dachte, wir könnten im Hafen parken und noch nen Kaffee trinken gehen. Pustekuchen, wir stehen vor einer Schranke und kein Mensch in Sicht. Fast pünktlich um 19 Uhr kommen ein paar Uniformierte und kontrollieren die Tests. Als die Schranke auf geht erwarten uns weitere Herren die ausser Tickets und Test und Ausweise kontrollieren warum wir nach Sizilien wollen. Ich packe mein Notfallitalienisch aus und erkläre ich schreibe einen Reiseblog. Hat ausgereicht. Wir dürfen bis zur Fähre fahren. 22 Uhr Abfahrt. Denkste, 22 Uhr ist der Pott gerade leer und es beginnt ein sehenswertes Ballett, wenn die kleinen Schlepper die LKW Container in unglaublicher Geschwindigkeit auf die Fähre rangieren.

23 Uhr dürfen die ersten Autoas an Bord. Wir stehen zwar ganz vorne, sind aber gegen 24 Uhr die letzten die aufs Schiff dürfen. Meine Laune ist nicht mehr so wirklich ganz ungetrübt! Die Herren winken, ich fahre, die Herren fuchteln, ich soll wenden. Hm, das wäre vor der Rampe leichter gewesen, aber ok, Matti wendet, und ihm schwant übles! Ich darf über eine Rampe, die gefühlt 3 Cm breiter als das Wohnmobil ist, RÜCKWÄRTS eine Etage tiefer. Ich bin das letzte Fahrzeug, warum kann ich nicht einfach oben stehen bleiben? Geht nicht. Warum? G E H T N I C H T !!!

Ich fahre die Rampe in slow Motion runter, Frau und Hund werden unsichtbar, sie wissen dass extreme Explosionsgefahr besteht. Unten! Hurra! Nein, jetzt noch bitte zwischen zwei LKW….ÄÄHM. Hinter mir kommt keiner mehr, neben den LKW? G E H T N I C H T

OK, ausgestiegen, Hund in Tasche, Frau an Hand, Ausgang suchen. Aha, unter nem LkwEnde durch, in ein Treppenhaus, das eindeutig ein Fluchtweg für Servicepersonal ist…aber es gibt nix anderes. Hoch, Höher, um Pfosten und Ecken, noch höher…und ein Schild Rezeption! Eine, wie auch immer sehr patzige Dame drückt uns eine Zimmerkarte in die Hand, wir hätten gerne zwei! G E H T N I C H T

Kabine, 2 Bett Aussen, puh, sagen wir mal so, in einer Jugendherberge wären wir sehr enttäuscht gewesen. Ein Bett unter schrägen Fenstern, eins an der Wand, eines hat Licht, eins nicht, dafür hängt am Fensterbett eine Gardine im Bett, die gehört wohl an die Wand, tut sie aber nicht, also abmontiert. Auf in die Bar! Geschlossen, gut dann ein mitgebrachter Wein auf der Bettkante…und schlafen.

Der nächste Morgen ist noch bescheidener als der Abend: Es gibt Kaffee, mit Muffins. Hörnchen, Croissaints oder gar Tramezzini? Nix! …ich hasse Muffins, also Kaffee mit einer Tafel Schokolade, die Holde mümmelt an einem Keks. Langeweile macht sich breit. Lesen… Dösen…Internet ist nicht, Tv gibts nicht. Endlich Mittagessen! Wir haben ja unser Bordguthaben….uupps, tja, Schlange stehen an der Selbstbedienungstheke…es gibt Salat, Nudeln, Braten und Fisch. Ich nehme ALLES. Den Braten würde man in Deutschland als Wurst auf ein Brötchen legen und es wäre nicht üppig belegt. Die Nudeln haben leider gute 10 Minuten zu lang gekocht, dafür haben sie keine Sauce…na ja, etwas öliges Rot ist zu sehen aber nicht zu schmecken. Der Fisch ist ok, ungewürzt, etwas matschig…aber essbar. Ich zahle für dieses Spitzenmenü mit nem Wasser und Weisswein 50 Euro.

Leider ist das Hundefutter im Wohnmobil und da darf man natürlich nicht hin…so kaufe ich dem Hund noch eine Portion Seezunge ( es war keine) und wenigstens Whoopy ist begeistert.

Ein paar Stunden später kommt Bewegung auf, raus aus den Kabinen und ne Stunde in der Bar warten…wir kommen an. Zackzack, alle in die Autos, da ist von Ordnung keine Spur mehr..jeder fährt an jedem vorbei, drängelt sich raus. Draussen wird die Schlange doch wieder brav, denn es wird vor verlassen des Hafens auf Corona getestet. Maskierte Menschen im Overall kommen ans Autofenster und stecken dir ihr Stäbchen ins Hirn. Tja, wir warten aufs Ergebnis…ich vertrete mir die Beine, und ? Mir ist auf der Fähre jemand auf den Fahrradträger gefahren. Wir sind zwar noch direkt am Schiff, aber reklamieren? G E H T N I C H T, nur vor verlassen des Schiffes…Suuuper. Für mich steht fest: Fähre? Nie wieder. Moni hat auch genug.

Zum ersten Stellplatz auf Sizilien sind es nur 2 oder 3 Kilometer, obwohl es spät ist werden wir nett empfangen und schlafen gut und dank der Vorräte auch satt….

Palermo

Wir hatten eine ruhige Nacht, in der Nähe des Stellplatzes gibts einen guten Bäcker und beim Frühstück überlegen wir, was wir nun machen möchten. Da uns wegen Corona der Sinn nicht nach Märkten und Menschenmassen steht, beschliessen wir einfach, die Küste entgegen dem Uhrzeigersinn abzuklappern! Wir fahren einfach los und schon kurz hinter Palermo wird es traumhaft schön.

Oberhalb von Palermo

Wir trödeln an der Küste entlang,, es ist wenig Verkehr und wir geniessen jeden Kilometer

Schon beim ersten Blick auf die Karte ist das erste Ziel klar:

San Vito di Capo

Auf einer schönen gewundenen Strasse fahren wir hin, die Gegend ist wunderschön, Anfang März blüht hier alles und ist wirklich satt grün. In Son Vito angekommen, sind wir entsetzt…. der Ort ist Touristisch und die Stellplätze sind so gar nicht was wir mögen. Seltsam, wir hatten nur das Beste gelesen! Haben wir ne Abzweigung verpasst? Gibts ein anders Son Vito? wir fahren 3 Km zurück biegen ab und sind im Paradies für Freisteher!

Castelluzzo

Wir stehen auf einem traumhaften freien Platz am Strand, im Sommer sicher voll, aber im März doch sehr angenehm. Von hier kann man auch in den Nationalpark Zingaro aufbrechen, aber es reichen uns kürzere Touren. Als Ausrede können wir ja nutzen, dass unser Hund kurze Beine hat. Wir stehen hier einfach einige Tage und geniessen die Ruhe, die Landschaft und das Meer. Einziger Nachteil, man muss genug Verpflegung an Bord haben. In Castelluzzo gibt es nix, und nach San Vito di Capo geht es mit dem Rad etliche Kilometer stetig bergauf.

Im Sommer ist hier wohl nichts mehr grün, aber im März blüht es aus jeder kleinen Spalte, wir sind absolut begeistert von der Flora hier, überraschend, denn in Deutschland findet man diese Vielfalt kaum noch.

Nach einigen Tage wird es uns dann doch zu ruhig, wir verabschieden uns von dieser wunderbaren Bucht und fahren weiter.

Marausa / Marsala

Wir stehen wieder frei, es sieht gut aus, aber was ich nicht verschweigen möchte, und das betrifft einige Gegenden aus Sizilien, es gibt ein Müllproblem. In manchen Orten stapelt sich der Müll. Andere sind blitzsauber. Hier am Strand ist mehr Plastikmüll als Pflanzen, wir müssen es übersehen oder weiterfahren. Nachdem der Platz mitten in den Salinen bei Marsala aber sonst traumhaft ist, bleiben wir.

Es gibt einige wilde Hunde, die sind ganz friedlich, kommen, schauen,gehen wieder. Ich opfere eine Packung Trockenfutter, aber das kennen sie nicht und es interessiert sie auch gar nicht, seltsam!

Hier in der Gegend gibt es eine Camperinstutition, Mama Colette. Sie wird als sehr nett beschrieben, und ihre Küche wird hoch gelobt. Leider ist die Strasse zu ihr neuerdings einspurig, weil auch ier auf der zweiten Spur getrennte Radwege angelegt werden. Löblich, aber daurch stehen die Hinweisschilder auf der falschen Seite und sind nicht sichtbar. Egal, im dritten Anlauf finden wir sie. Wir bekommen einen Platz in ihrem Garten zugewiesen, der ist nicht schön, eher eine Ecke Brachland, aber was solls. Ich möchte der Dame nicht unrecht tun, aber wir haben selten schlechter gegessen. Obwohl ich uns zum Essen angemeldet hatte, gab es Abends 2 Teller Pasta, einmal mit Gemüse und einmal Norma, meine sind besser! Wir reisen also recht frustriert am nächsten Morgen ab, das hätten wir uns besser erspart. Aber das ist wirklich nur meine Meinung, andere Menschen sind bei ihr absolut happy.

Im Reiseblog „fluchtauto.de“, den ich gerne lese, steht dass Marsala eine unglaublich schmutzige Stadt sei, das ist aber einige Jahre her. und weil ich mir in den Kopf gesetzt habe, einen Marsala in Marsala zu trinken suchen wir uns einen Parkplatz im Zentrum und erobern die Stadt. Ich bekomme meinen Marsala vor der Kathedrale und wir bummeln durch die Fussgängerzone…sehr nett, schöne Geschäfte, tolle Häuser, und? Nirgendwo Schmutz! Alle paar Meter Abfallkübel mit Mülltrennuung, die offenbar angenommen werden. Die Stadt ist wie frisch gefegt. So ändern sich offenbar die Zustände recht schnell.

Ich erspare mir natürlich, ihr wisst es ja die Kirchen nicht, aber hier hätte ich nichts verpasst, den gepriesenen Charme sizilianischer Kirchen fand ich nicht.

Licata/ Butera

Wir verbringen eine wunderbar ruhige Nacht am Strand, wieder frei, die Solaranlage tut was sie soll. Wasser haben wir genug, also sind wir unabhängig.

An der Strasse gibt es überall wunderbares frisches Gemüse, etwas grösser als bei uns, ein Blumenkohl hat da schonmal über 2 Kilo und ein Fenchel anderthalb, heute gibts einen Fenchel Fisch Auflauf, wir müssen uns ja entschädigen für den Flop von Gestern.

Piazza Armeria

Bei Piazza Armeria liegt die berühmte römische Villa, und die wollen wir natürlich sehen. Einen Tag zuvor waren wir in Agrigentum, wollten die Tempel anschauen, wir sahen sie auch aus der Ferne…am Eingang dürfen keine Wohnmobile parken. Unten dürfen Wohnmobile parken, aber wegen Corona fahren weder die üblichen Busse, noch Taxen. Und natürlich ist der untere Eingang auch wegen Corona gesperrt. Ob wir bei den Bikinimädchen mehr Glück haben?

Der riesige Parkplatz ist schon mal leer, nein, ausser uns gibt es noch ein Auto. Wir marschieren dennoch beherzt Richtung Kasse, ich bin nicht optimistisch.

An der Kasse erklärt uns ein netter Herr, dass wir nur nach Online Voranmeldung beim Ministerium für Altertümer rein dürfen. Dann war der Weg wohl doch umsonst? NÖ!! Wir klicken auf den Ützelgrützel an der Kasse, tragen ein, dass wir zu zweit sind und dürfen rein. Wegen Corona sogar mit Ermässigung! Suuuper.

Wir laufen in die Anlage, nicht so toll, na ja, nicht schlimm…weiter! Auf dem Vorplatz, ist gross, aber immer noch nicht wirklich beeindruckend. Noch ein paar Meter….und ich stehe in Mitten eines Traums! Es ist ganz ohne Übertreibung ein Highlight, wegen dem sich die ganze Reise lohnen würde. Die Villa ist nicht gross, sondern riesig, und wohin man schaut: Bodenmosaike. Die haben vor 2000 Jahren sehr praktisch gedacht, die Wände nutzen sich nicht ab, die werden bemalt, und auf die Böden kommen Mosaike. Je nach Raum erzählen die Mosaike ganze Geschichten. Ich bin begeistert!

Verblüffend sind die bekannten Bikinimädchen…sogar die Hanteln sehen genau aus wie heute. Ich kannte Bilder davon, dachte aber dass es ein Wandbild wäre. Irrtum.

Auf einem gefühlt 50 Meter langen Durchgang sind Szenen wie in fremden Ländern Schiffe be. Und entladen werden…wir Löwen, Tigern, Elefanten… und das vor 2000 Jahren…ich steh und staune. Hier könnte man Stundenlang stehen und rufen „ schau mal da“ und „hast du das gesehen“

Marina di Ragusa / Ragusa

In Marina di Ragusa entscheiden wir uns für einen Stellplatz eines Camperverbandes, absolut nicht schön, aber Waschmaschine und Duschen. Ansonsten Beton mit Maschendraht drumrum. Aber wir werden sehr herzlich begrüsst, es fährt ein Bus nach Absprache kostenlos zum Strand oder Supermarkt, man darf aussen wieder mal was trinken, Sizilien ist gelb, dennoch haben viel Geschäfte zu, ohne Touris lohnt das wohl nicht. Im Hafen hat eine sehr elegante Boutique offen, die behaupten Plastik wär in und vegan und überhaupt….. die Holde schockverliebt sich in eine riesige Handtasche aus Schwarzem veganen Leder mit weissen veganen Lammfell. Ok, wirklich ein heisses Teil. Wird noch etwas reduziert und wechselt den Besitzer, ich schaue ganz vorsichtig auf den Preis von sehr schönen Sneakern…aber bei 375.- Euronen brauche ich schlagartig gar keine neuen Schuhe.

Wir Erholen uns bei einem regionalen Bier mit Salz drin, verdammt lecker! Und wir wollen nach Ragusa…machen wir am nächsten Tag auch.

Sagen wir mal so: es ist schön, aber wenn man es nicht besucht hat, hat man auch nicht viel verpasst. Es ist natürlich wegen Corona vieles geschlossen, das nimmt die Heiterkeit von Strassencafes und flanieren, aber auch sonst finden wir es schön, aber eben nicht toll. Vielleicht sind wir auch schon etwas verwöhnt auf dieser Reise?

Auf der Strasse bekomme ich dicke Bohnen, habe ich noch nie gemacht. Manno, das ist Arbeit! Erst puhlen, dann blanchieren, die dicke Haut entfernen, das geht wie Mandeln putzen… Moni hilft, und? Das beste Risotto seit Jahren…herrlich!!

Die Schalen der Bohnen fühlen sich an wie Nerz…lach

Enna

Ich will ganz unbedingt ins Landesinnere, wir waren ja schon in Piazza Armeria und das hatte mir extrem gut gefallen, also auf nach Enna. Enna liegt auf einen Berg, die Anfahrt ist etwas schweisstreibend… Hund und Holde verstummen wieder und warten auf das Übliche „ Ich will nach Hause Gebrüll“, aber nein, wir kommen oben an und finden einen grossen Freistehplatz vor dem Friedhof. Tolle Aussicht! Aber: seit heute ist Sizilen orange, also wieder nix mit essen gehen, dabei hatte ich mir schon eine Trattoria ausgesucht…Pech!

Aber: ich finde einen traumhaften Metzger, der macht die Cannoli, die ja sonst süss sind ( und leider sehr lecker) aus Fleisch mit Pistazien…Begeisterung!!!!

Enna ist so, wie ich mir eine siziliansche Stadt vorgestellt habe, aber leider ist noch nicht Ostern und so habe ich für euch nur die Tourismusplakate an den Bushaltestellen fotografiert…smile. Ansonsten schauen wir immer besorgter Richtung Ätna, der ist in Sichtweite und spuckt ganz gewaltig. Eigentlich ist geplant weiter Richtung Taormina zu fahren…schaun wir mal. Zuerst geht es nach Noto.

Noto

Die Stadt ist nach einem Erdbeben neu aufgebaut worden, zusammen mit 3 anderen Städten. Und darum ist alles reinster Barock. Ich mochte Barock noch nie, aber vielleicht ist das hier ja weniger pompös und kitschig? Ist es nicht! Es ist Barock, sehr schön, sehr edel, voller Harmonie, und es gefällt mir nicht!

Was mich allerdings begeistert, sind die Skulpturen vor der Kathedrale….sehr beeindruckend, aber leider nur temporär.

Natürlich war ich auch in der Kathedrale…auch Barock.

Überraschung

So…wie weiter? Es ist alles geschlossen. Und der Ätna spuckt schlimme schwarze grobe Asche. Also Taormina fällt flach! Und moni fühlt sich nicht mehr wohl, hat Angst vor dem Vulkan und schläft nicht gut. Also einmal quer über die Insel nach san Vito di Capo/ Casteluzzo. Da schlafen wir am alten Platz wieder sehr gut, aber der Himmel wir dunkel. Der Wetterbericht sagt auch nix Gutes voraus. Eigentlich wollten wir noch eine Woche bleiben, und dann über Lang zurück…. aber bei Orange in Italien und ganz viel Rot dazwischen ist das keine gute Idee! Ich tue was ich nicht mehr wollte. Eine Fähre für den selben Tag wird gebucht!

Nicht bei GNV sondern bei Grimaldi, also auch nicht nach Genua sondern nach Livorno! Ich buche Suite mit Hund. Upps…100 Euro billiger als die Überfahrt auf dem Schröddelkahn mit der üblen dreckigen Kabine!

Mittags fahren wir nach Palermo und es wird wieder sehr still im Wohnmobil. Dass auf 3 Spuren 5 spurig gefahren wird, ok. Dass auch in 3ter Reihe geparkt wird und man für 300 Meter 10 Minuten braucht, auch ok, aber dass sich nun auch noch unser Navi entschliesst, immer nur noch bitte wenden zu rufen, das gibt mir den Rest. Ich sehe den Berg, da muss der Hafen sein und fahre nach Sicht zum Hafen, Fahren? Nein, hupen, schleichen, bremsen und drängeln. Aber wir kommen an. Am Hafentor ein freundlicher Herr in Uniform, will mein Ticket, auf Papier. Ja klar, digital. Es lebe hoch. Als ich gerade rot anlaufe klopft er mir auf die Schulter, trotz Corona und ich verstehe im notfallitalienisch, dass ich in die Agentur muss, die drucken mein Ticket. Also noch mal durch die Stadt? Nein! Er funkt einen Shuttle an, der kommt innerhalb von 5 Minuten bin ich wieder zurück, mit Ticket. Wir dürfen bis zur Fähre fahren, aus lauter Übermut koche ich Spagehtti und wir dürfen pünktlich auf die Fähre. Vorwärts!! Eine Rampe hoch! Im Anschluss ans nächste Auto, kein rückwärts und kein hin und her. Wie treten durch eine Tür und stehen auf einem eleganten Kreuzfahrschiff. Mit Lift,, Mit Rezeption, Mit 2 Zimmerkarten. Und kurz darauf in einer schönen Suite. Wie essen vorzüglich im A la Carte Restaurant, obwohl wir nur 6 Gäste waren haben sie geöffnet, wir schlafen wunderbar und rollen glücklich von Bord und nach Hause. Das war eine wunderschöne , unvergessliche Reise!

Venedig und Lago Maggiore im Winter

Corona hin, Corona her, wir wollen raus! Und nachdem wir ja beim Reisen mit dem Delfin ja keine Kontakte haben, und autark stehen, fahren wir. Wir gefährden weder uns noch andere!

Der direkte Weg durch den Gotthard ist für uns die kürzeste Strecke, kurz überlegen wir doch mal über den Simplon zu fahren, entscheiden uns aber dagegen, das rächt sich später sehr! Die Anreise geht zügig, noch vor Beginn der Ausgangssperre landen auf dem Camping Fusina direkt bei Venedig.

Gotthard in der Sonne
Raststätte bei Milano

Unterwegs um Milano rum grosse Freude: unser Lieblingsrastsätte war ein Jahr geschlossen und bis auf die markante runde Eisenkonstruktion abgerissen, zentraler Punkt darin war immer ein gigantisch grossen Kronleuchter, echt hässlich mit grossen Energiesparbirnen… richtig schröddelig, aber mit Charme. Nun ist das Lokal wieder offen, und auch der Leuchter hängt restauriert wieder in der Mitte.. Alles jetzt sehr edel, das muss einem nicht gefallen….aber der Kaffee ist toll und die Toiletten ein Traum!


Camping Fusina

Ich hatte Camping Fusina angefragt, was ein Platz in der ersten Reihe kostet, und ob man buchen solle…. Antwortmail: Platz kostet 25 Euro und buchen muss man nicht. Ok. Wir kamen an, brauchten zum einchecken unseren negativen Coronatest ( hätte man ja im Mail erwähnen können) aber wir haben ja unsere Tests dabei. In der Rezeption sind 2 Mitarbeiter und auf dem ganzen Platz 5 Gäste, also überfordert waren die Herrschaften offenbar nicht. Platz in der ersten Reihe koste 37 Euro, aber man könne ja aus der zweiten Reihe auch alles sehen. Mhh…sowas mag ich gar nicht! Ich zeige das Antwortmail, ich hatte. Ja explizit nach einem Platz in der ersten Reihe gefragt. Kein Erfolg. Egal. Leider fährt die Fähre in die Stadt nur noch am Morgen hin und am Abend zurück. Das ist nicht was wir wollten, auf der Homepage fährt das Boot jede Stunde. Ausserdem zählt das Boot nicht zum Verbund von Venedig, da kommen also zum Tagesticket für die Stadt ( das man unbedingt braucht) nochmal 13 Euro dazu….hmmmmm wir schlafen mehr schlecht als recht, die vorbeifahrenden Schiffe sehen toll aus, sind aber leider auch saulaut. Ein Blick zur Holden: wir fahren weiter, das ist nicht unser Platz. Ganz und gar und absolut gar nicht!!

Ca Ballarin

Wir kennen die Stadt und die Gegend seit 30 Jahren sehr sehr gut und beschliessen, einmal um die Lagune rum zu fahren, und dann von Punta Sabbioni wie gewohnt in die Stadt überzusetzen.

Ca Ballerin

In Ca Ballerin gibt es einen Freistehplatz direkt am Meer, absolut ungeeignet im Sommer aber im Winter ein Traum!

Von Ca Ballerin nach Punta Sabbioni sind es nur ein paar Kilometer, 10 Minuten, parken kann man an der Fähre, das 24 Stundenticket für alle Schiffe kostet 18 Euro, sehr empfehlenswert. Wenn man länger bleibt wir es noch viel billiger, aber wir wissen noch nicht ob wir öfter in die Stadt mögen…uns ist eher nach Natur.

Venedig ist leer, sogar auf dem Canal Grande ist nichts los… Wir kaufen auf dem Rialtomarkt Gemüse und Fisch, da sin sogar ein paar Cafes geöffnet, aber wir wollen im Cafe Florian die übliche Flasche Lustbrause trinken. Also zur Piazza San Marco. Uups! Alles geschlossen….. sogar Tische und Stühle weggeräumt. Uns rettet in Bier und ein paar Sandwichs in der Birreria Forst, wie imer sehr lecker und auch hier verdammt leer. Wir freuen uns aufs Boot nach Hause und auf unseren Strand!

Weil das Wetter wunderbar und der Platz traumhaft ist, bleiben wir drei Tage und geniessen die ruhige Zeit sehr. Weil wir entsorgen müssen und auch das Wasser knapp wird übernachten wir auf einem normalen Stellplatz in Jesolo. 15 Euro mit Strom, nicht schön aber vollkommen in Ordnung, ein paar Meter zum Strand…also alles ok. Der Platz ist schlecht bewertet, ich kann das nicht nachvollziehen.

Zum Lago Maggiore ist es nicht weit und das Wetter bleibt herrlich! In Canobbio gibt es einen Stellplatz. Wir kommen Sonntag mittag an, und staunen, es ist noch ein Platz frei…alles andere voll! wir richten uns ein, kochen was kleines und setzen uns vor den Delfin mit Blick auf den Fluss. Hektik beginnt…um 17.30 reisen die Italiener ab. Um 18.30 sind nur noch 3 Mobile da….witzig. Der Platz ist im Winter kostenlos, Strom auch! Und die Toilette ist nicht neu aber sehr sauber!

Canobbio ist superschön, alte Gässchen, eine herrliche Promenade am See, ein wirklich charmantes kleines Örtchen. Alle tragen brav Maske und es knubbelt sich auch in den Geschäften keiner…sehr angenehm!

Nach einigen ganz ruhigen Tagen mit viel Nixtun müssen wir weiter. Der Fabrikverkauf bei Alessi winkt mit einer neuen Zitruspresse, die alte hat nach kaum 25 Jahren den Geist aufgegeben. Natürlich finden wir nicht nur eine Presse… ich Schockverliebe mich in neue Töpfe….sagen wir mal so: zum Geld sparen ist ein Werksbesuch bei Alessi nicht wirklich geeignet! Lächel……

Wir sollten mal wieder nach Hause, nach dem Rechten schauen, Wäsche waschen…usw. und wenn nicht auf der Hinfahrt dann nun auf der Rückfahrt: über den Simplon.

Der Pass ist herrlich zu fahren, grosse Schwünge, keine engen Kehren…superschön! Eine reine Genussfahrt! Bis….ja bis unser Navi und auch das Handygoogle uns auf der anderen Seite verlässt. Wir fahren an einer Bahnverladestation vorbei…. sehr hoch auf einem Berg. Und ads Navi meldet: zurück! Das hatte ich auch schon bemerkt, denn die Strasse wurde einspurig. Als wir widerim Tal waren, wollte uns das Vavi wiederauf den Berg schicken, na ja, vielleicht haben wir ne Abfahrt übersehen…aller Serpentinen wieder rauf….tja, und wieder runter… da liegen dann auch meine Nerven blank sogar. Der Hund atmet flach… smile…. also fahre ich nach Gefühl: zum Genfer See und dann Richtung Bern… eigentlich sind wir müde, der Umweg war nicht gerade kurz, also übernachten wir auf einen Schweizer Autobahn…schlafen. Verblüffend gut! Und sind schon früh am Morgen wieder zu Hause. Ist ja auch recht schön, aber nur bis der Gasfuss wieder prickelt…

Ach ja…gekocht wurde auch, ich stelle das versuchsweise jetzt mal ans Ende des Berichts, weil es ja nicht zwingend an Orte gebunden ist!

Rotweinrisotto mit Giancale, zum sterben gut

Sollte einer von euch an Rezepten interessiert sein, schreibe ich sie gerne auf, aber nur dann…grins…das macht nämlich Arbeit, ich machs gerne, aber nur wenn es jemanden interessiert!

Costa Blanca im Winter, Narbonne und Carcassonne

Weihnachten noch mit der Familie (Coronagerecht ohne Freunde) gefeiert und los, die Costa Blanca ruft.

Xabia

Da wir die Schweiz Vignette noch haben, fahren wir bis Genf durch die Schweiz und dann auf französichen Autobahnen…. die sind gut ausgebaut, aber nicht nur teuer, sondern sauteuer. Allerdings haben wir auf einem Rastplatz nahe Valence übernachtet, und ich muss sagen: supertoll! Im Grünen 12 Womostellplätze, den grössten Spielplatz den man sich denken kann, Duschen, Klo, alles blitzsauber….also Hut ab!

Die zweite Nacht verbringen wir auf einem Rastplatz in Spanien…. 16 Euro ohne alles, dafür zwischen Lkw… aber wir wollen keine Umwege machen sondern schnell ankommen. Freunde stehen schon seit 2 Monaten in Xabia und sind sehr zufrieden…also wird das unser erstes Ziel werden.

Der Campingplatz, Campingjavea, gefällt uns leider nicht, ein bisschen Parkplatz ohne Grün oder Charme, aber Duschen sind ok, das Wetter ist schön und für eine Woche kann man das sehr gut aushalten.

Um die Gegend zu erkunden mieten wir uns einen kleinen Fiat 500. Ein richtiges Spassmobil!

Der Überraschungssieger des Tages: eine Baumschule in Xabia…herrliche, witzige Objekte aus Eisen, ein Restaurant und ein sehr guter kleiner Biostande mit der tollsten Mandarinenmarmelade!!

Nach einigen Miradores mit toller Aussicht erreichen wir die Granadella Bucht. Im Sommer sicher überlaufen, im Winter superschön, und weil die Aussicht so toll ist, musste es auch mal ein Paella am späten Vormittag sein…leggaa!!!

Nach einem Tollen Silvesterabend bei unseren Womofreunden im Herrn Geheimrat ( Reiseguckloch.de) rächen wir uns mit einem Abend bei uns… der Platz reicht und auch in der Küche vom kleinen Delfin kann man ein gutes Gästedinner kochen!

Der Campingplatz in Xabia ist nicht ganz das, was wir mögen. man kann nicht motzen, es ist alles da und es ist sauber, aber uns fehlt der Charme, das Grün!! Und uns ist das Meer zu weit entfernt. Sowieso: wir sind nie länger als 4 Tage an einem Platz, hier sind wir schon 24 Tage. Das mit Abstand Beste, ausser unseren Freunden aus dem Geheimrat ist die deutsche Zahnärztin in Xabia! Absolut spitze…und wegen ihr muss ich nochmal hin.

Wir kochen noch einmal heftig und treten die Heimreise an. Eigentlich wollten wir ganz langsam zurück…wettermässig ging es dann doch viel viel schneller als gedacht.

Narbonne Narbonne Plage

wir stehen in Narbonne Plage auf einem Womostellplatz, nicht billig, dafür auch nicht schön, aber ruhig. Ans Meer können wir leider nicht, weil die Wege durch Regen so aufgeweicht sind, dass es eine einzige Schlitterpartie ist, nach 10 Minuten geben wir auf, Wasser kostet 2 Euro, minimengen gibt es nicht… wir reinigen den Hund notdürftig und: ärgern uns weiter! Man zahlt Strom und wasser mit Jetons, die man per Kreditkarte aus einem Automaten holt. 2 Stunden Strom 2 Euro. Ganz schön üppig. Aber ärgerlich wird es, wenn man 6 Jetons einwirft, der Automat sie auch frisst, aber nach 3 Jetons ist schluss….tja… der geneigte Leser rechne mit: man kann keinen Strom über Nacht beziehen! Also raus in der Kälte und nachwerfen. Oder Kühlschrank auf Gas, hatte ich schon vom Gas erzählt? Nein? Upps…kommt am Ende, jedenfalls hatten wir kaum noch was!

Stellplatz Narbonne Plage

Ich war vor 45 Jahren das letzte mal in Narbonne Plage, und schon damals hat es mir nicht gefallen…ein seelenloses, im Winter unbewohntes Kaff am Meer, selbst im Winter alle Parkplätze natürlich für Wohnmobile gesperrt, da wird schon Baguette kaufen zum Kunststück…und sehr lieber Herr Weinhändler, ich konnte meinen Wein nicht abholen, es gab keinen Parkplatz.

Ein Gedicht in Narbonne….wunderschön!

Wir verbringen einen Tag in Narbonne…wunderschön, leer, sonnig und. Billig, wegen Corona haben die Geschäfte zu…zum Glück: Moni schockverliebte sich in eine Handtasche und für mich in eine Lederjacke. Ich will keine neue Jacke und Moni braucht nicht die 134 te Handtasche…also kein Fehler!

Die Kathedrale in Narbonne ist nur zur Hälfte gebaut worden, Aussen ist mehr angefangen als Innenfertig wurde…sehr romantisch von Aussen, und innen merkt man kaum, dass da was fehlt…sehr beeindruckend und wirklich sehenswert.

Die Stadt ist wunderschön, kleine gassen und pompöse Plätze! Herrliche Plätze am Kanal, und nun ist es doch sehr schade, dass alles zu hat, hier würden wir gerne ein Fläschlein Cremont vernaschen!

Nach einer weiteren Nacht auf dem Stellplatz in Narbonne Plage ( wir wollten auf einen …der laut Führer offen hatte, aber zu war. 40 Km umweg, man gönnt sich ja sonst nix) und am nächsten Morgen ist zwar die Sonne weg…aber wir wollen nach Carcassonne. Liegt nicht auf dewm Weg, aber ich war da zu meinem 17 Geburtstag, und Moni noch nie…also los!

Carcassonne

Wir finden in Carcasonne den Stellplatz auf Anhieb, das übliche Schranke auf, in Schleuse fahren, Schranke zu, ticket kaufen, zweite Schranke hoch usw…. ich bekomme da immer schon Schnappatmung zwischen 2 Schranken. Diesmal kann der Automat deutsch! Gut so, denn mein Französisch ist nach der Bestellung eines Pastis schon zu Ende…. ach nein, Baguette und Vin Rouge kann ich noch, hilft aber beim Einchecken nix.

Stellplatz Carcassonne

Der Stellplatz liegt an einer Strasse, die man hört, aber nicht schlimm. Kostet 15 Euro, mit einem Code auf dem Einfahrtsticket gibt es 15 Minuten Wasser und Abwasser und klo entlehren usw. Strom gibts keinen, aber das Gelände ist echt schön gärtnerisch gestaltet!

In 15 Minuten ist man oben in der Stadt, GEWALTIG, es ist wirklich sehr beeindruckend… da haben die Ritter sich was echt tolles zusammengerittert!

Ach ja…es. Ist Corona. Wir begegnen in der ganzen. Riesengrossen Anlage keinen 10 Menschen, das ist einerseits wunderschön, andererseits auch etwas gespenstisch…auf alle Fälle seltsam schön. Natürlich gibt es auch hier nix zu trinken…aber ein Kitschladen hat auf, und so kann Moni wenigstens eine Magneten für den Delfin kaufen…und ich die Ansichtskarten fotografieren, damit ihr das alles richtig sehen könnt!

Ach ja…Kirchen gibts auch! Und da kommt eine witzige Story: ich war zu meinem 17 Geburtstag in Carcassonne, ein Ausflug mit ein paar Jungs aus meinem Internat durch Frankreich. und wie gesagt, zum Geburtstag Carcassonne, die Nacht zuvor in Narbonne Plage…unter dem Sternenhimmel…im August eine Sternschnuppe nach der anderen…superschön. Superschön? Ja schon, aber auch Superkalt…grrrr….viel geschlafen habe ich jedenfalls nicht. Abends nach Carcassonne, ich durfte die Jungs zum Essen einladen…zwar nur Toast, aber teuer! Unser Aufpasser hatte ein Orgelkonzert in der Kirche zur Erbauung ausgesucht, schliesslich war das ja. Keine Vergnügungsreise, die Kirche war schön, die Orgel sicher auch… viel hańbe ich nämlich nicht mitbekommen. Wie immer, wenn mich etwas sehr beruhigt bin ich innerhalb von 2 Minuten eingeschlafen. Das kannmir heute noch passieren! Bei Kirchenkonzerten gabs früher nie Applaus…und so erwachte ich…?? Als ein Messner mit seinem Klingelbeutel vor meiner Nase klapperte und die Kirche ansonsten leer war. Ich wäre beinahe gestorben vor Scham und stopfte im Schock meine letzten 50 Mark in den Klingelbeutel. Die Jungs standen vor der Kirche und haben sich kaputt gelacht…und Mama musste mal wieder Geld schicken. Sie fanddas übrigens nicht komisch.

Leider wurde das Wetter so schröddelig, dass wir nun direkt nach Hause wollten. Ich wusste gar nicht, wie lang es in Frankreich über 1000 M hoch ist….es schneite, mit dem letzten bisschen Gas konnten wir noch mal übernachten…und kamen dann gut nach Hause…

Herbstreise um den Stiefel, Teil 4: San Marino und Soave

San Marino, die Festung

Wir verlassen Arezzo um nach San Marino zu fahren…. zu fahren? Nein, es ist wie im Traum! Die schönste Strasse, die ich je mit dem Wohnmobil gefahren bin.

San Marino

Schon auf der Hinreise sahen wir San Marino aus der Ferne bei Rimini…von weitem sah das extrem schwierig aus, drum war ich sehr gespannt, wie wir die Strecke bewältigen würden. Die direkte Strasse aus Arezzo führt über einige Pässe, die. Alle sehr leicht zu fahren sind, es ist wenig Verkehr und die Landschaft ist unglaublich schön. Heute liegen die Täler in dichtem Nebel und wir fahren sehr sehr lange auf einer Höhenstrasse, die man am liebsten nie mehr verlassen würde. Aber auch hier, wie überall, sogar auf dem Gotthardpass werden gerade zahllose Windkraftanlagen errichtet, schön ? Na ja…..

Stellplatz

Wir nähern uns San Marino, der Womostellplatz ist recht gut zu finden, die Strassen sind lange nicht so steil wie befürchtet. Wir parken auf P10, um die Zeit kosenlos, Strom gegen Münzen….angeblich gibt es von hier einen Lift in die Stadt. Ausgeschildert ist nix…ich mache mich auf Erkundungsgang. Etwa 200 Meter die Strasse hoch gibt es das Parkhaus P 10, von da geht der erste Lift nach oben. Dann den Platz überqueren ( da braucht man schon ein geschultes Auge) der nächste Lift! Und leider erst am letzten Tag entdeckt, ganz versteckt gibt es noch die Lifte 3 und 4!! und für die Dynamischen unter Euch, die uns jetzt belächeln: Wenn man oben. Ist geht es weiter bergauf und ab….wenn man die Festung bis zum Ende erwandert sogar als richtigen Ausflug…ich kann die Lifte also nur empfehlen!

In San Marino kann man offenbar Waffen ohne Probleme kaufen, an jeder Ecke ist ein entsprechender Shop, wir bevorzugen den Duck- Shop und den 365 Tage Christmas- Shop für unsere Einkäufe.

Im Sommer ist hier wohl ein ziemlicher Zirkus mit Wachwechsel an der Burg usw. , ím Herbst gibt es ein wohltuendes Nichts! Gutgelaunte Geschäftsleute, nette Bars, nette Restaurants…und keine Schlangen. TOP!

Bei klarem Wetter kann man angeblich das Meer und Rimini sehen…bei uns wars dunstig, aber uns hat nix gefehlt. Wir fanden es einfach wunderbar hier zu laufen und zu geniessen.

Für das Kunstmuseum bekommt man die Karten im historischen Museum…idiotisch…aber so isses

Im einzigen Bioladen des Städtchens erstehe ich den besten Apfelstrudel ever und es gibt gefüllte Zucchini mit Risotto …saulecker und im Womo gut zu machen.

Kondition ist hier nicht schlecht…jeder Weg ist mit auf und ab verbunden….mehr auf!!!

Soave

Eigentlich wollten wir noch 2 oder 3 Tage an der Adria bleiben, aber ist so neblig dass wir die Hand vor Augen nicht sehen…. also zum letzten Ziel der Reise…Essen und Trinken in Soave!

Der Stellplatz ist gut ausgeschildert und liegt direkt an der Altstadt

Auf die Burg muss man nicht…kann man aber…. sie ist von unten beeindruckender als von oben!

Eines unserer LieblingsLokale…es gibt natürlich nicht nur Bollito Misto….sondern ganz viele tolle regionale Spezialitäten und natürlich den wunderbaren Soave!

Und so klingt unseres Umrundung des Stiefels ende November aus…und wir freuen uns, wenn wir wieder Richtung Italien aufbrechen!

Herbstreise um den Stiefel, Teil 3: Toskana und drumherum

Orvieto

An Orvieto habe ich alte Horrorerinnerungen. Vor etlichen Jahren konnte man noch problemlos in die Stadt fahren. Natürlich wollte ich so nah wie möglich am Pozzo oder Dom parken ( auf die Idee käme ich heute nicht mal mehr), ich hatte einen Sehr grossen, sehr teuren, sehr funkelnagelneuen Audi…. Muss ich mehr erzählen? Natürlich kam, was kommen musste, aus Strassen wurden Gassen, Aus Gassen Gässchen, und dann wäre es vielleicht mit einem Fiat 5oo weitergegangen…mit dem Audi gings nicht weiter…und zurück? Eine lächelnde ältere Italienerin stellte sich ans Fenster, klopfte mir auf die Schulter und riet mir „ Calma, Caro, Calma!“ was so etwas immer mit der Ruhe heißt. Damals war das nicht das was ich hören wollte!

Bei unserem diesjährigen Besuch freuten wir uns auf einen Stellplatz am Fuss des Berges…und das sehr zu recht! Der Platz liegt an der Bahn, und die ist wirklich laut, sehr laut! Aber, er liegt auch direkt an der Seilbahn in die Stadt, bequemer geht es nicht! In 5 Minuten ist man oben und gleich mittendrin!

Kleine Gassen, schöne Plätze, der wirklich herrliche Dom, ( innen und aussen…DER GENEIGTE LESER KENNT MEINE KIRCHENTICKS) sehr sehenswert, und obs an Corona lag, oder an der Jahreszeit: es war leer, nicht einsam, aber angenehm leer.

Nach dem Dom kam ein kleiner Hunger, ein Restaurant musste her…Tripadvisor sagte uns, dass die Guten ab 15 Uhr Pause hatten…es war aber 16 Uhr…also suchen! Wir fanden ein Lokal…nicht schön, auf den rotkarierten Tischdecken Plastikabdeckungen, sehr seltsamer Style, eine Anhäufung hässlicher Deko, aber ein sehr netter Wirt, und das Gefühl: das könnte was werden. Es wurde! Herrliche hausgemachte Pasta , wunderbares Brot mit Spanferkel und Trüffel….viel Trüffel, ein sehr leckerer Hauswein, und das ganze zu einem wirklich fast lächerlichen Preis!

Antico Bucchero ist eine Empfehlung wert!

Wir mussten leicht angedüdelt natürlich noch einige dringende Dinge einkaufen, eine Butterdose aus einer tollen Keramikwerkstatt, die leider zu nix anderem passt, Sets aus einer Weberei, die leider nicht auf den Womotisch passen…aber was solls, der Tag war herrlich!

Am nächsten Morgen war es sehr nebelig und wir mussten mal Wäsche waschen: auf dem Platz ist ein sehr hilfsbereiter Platzmann, der die vorhandene Waschmaschine und den Trockner bedient…sehr gut..und sehr nett! Mit frischer Wäsche im Schrank sind wir nochmal auf den Berg gefahren…aus dem Nebel in die Sonne…knallblauer Himmel!

Ausser Kirchen habe ich noch nen Tick: ich liebe Türme! Ich bin allerdings seit einigen Jahren so gar nicht mehr schwindelfrei. Ich komme ganz gut hoch, aber nicht mehr runter! In Orvieto musste ich es natürlich mal wieder wissen, ein Uhrturm in der Altstadt sag gut aus. Enge Wendeltreppen gehen problemlos, aber wehe das Treppenhaus wir weit und offen….ich schaffte 4/5 problemlos, dann öffnete sich die Treppe und führte nur noch an der Wand entlang. In der Mitte? NIX, also hinsetzen, 2 Minuten durchatmen und wieder runter. Ich muss mal zur Hypnose, normal ist das nicht!

Lago di Bolsena

Die Holde meint, wir waren schon am Bolsena See, ich glaube es war der Trasimeno, egal, es lässt sich nicht mehr rausfinden. Es war eine der schönsten Campingnächte, 3 oder 4 Sehr alte Herren sangen und klampften neapolitanische Gassenhauer, der Wein war herrlich und das alles am See direkt vor unserem Stellplatz.

Nach 2 Tagen Orvieto war uns nach ländlicher Ruhe…also zum See! Trotz Herbst und Corona war es voll…dafür uns zu voll, der Stellplatz in Bolsena liegt nicht direkt am See, wir wollten aber Seeblick…und voll war er auch…also weiter, einfach um den See rum. So einfach ist das aber gar nicht, die Strasse verlässt oft Kilometerlang den See und führt durch die Hügel und Berge. Nach einer Stunde für die paar Kilometer erreichten wir den angestrebten Stellplatz, er war schwach belegt und sehr ungepflegt, ok….die Saison war gerade zu Ende, aber das Gras war sehr hoch und wurde auch tagsüber nicht trocken….draussen sitzen machte da keinen grossen Spass. Wir kochten uns ein nettes Abendessen und wussten, hier bleiben wir nicht!

Leider gibt es um den Platz keinen Bäcker, auch im nächsten Ort nicht, also auf zum nächsten Ziel…. und Frühstück unterwegs!

Pienza

Eigentlich wollten wir nach Montepulciano, aber da ist Markt und es gibt keinen Parkplatz, nicht schlimm, das läuft nicht weg, also nach Pienza! Auf Anhieb einen tollen Parkplatz gefunden und los in das kleine Städtchen. Romantisch ist es…klein ist es, nette Gassen und Plätze, einfach sitzen und schauen ist hier ein sehr guter Plan!

Ist das nicht wunderschön? Durch die Glücksstrasse in die Liebesstrasse, von da in die Kussstrasse und dann? Ins dunkle…lach! Italien vom Feinsten.

Der Delfin von Oben!

Im Sommer ist das sicher sehr heiss, jetzt im Herbst ist es sonnig und sehr angenehm, wir können die stillen Gassen geniessen… trinken auf den Plätzen nen Spritz in der Sonne und geniessen einfach den Tag

Nach so viel Kultur: Essen mit Aussicht,,,mjamm …und weiter: wir haben uns einen Stellplatz in der Nähe ausgesucht, super Bewertungen… also los! Aber: natürlich brauchen wir in der Toskana für 26 Km eine Stunde und beide Navis finden den Platz nicht! Zum Glück misstraute ich der Wegbeschreibung, da an der Strasse keine Schilder standen, wir hätten und sonst hoffnungslos festgefahren!

Sicher steht auch die eine oder andere Kirche im Weg, Hund und Holde bleiben draussen und ich muss rein, na ja, nicht in jede…so schlimm hab ich es noch nicht, aber hier hat es sich sogar gelohnt….

Nachdem wir gefühlte 5 mal um den Ort gefahren sind, an den die Navis uns schicken wollen, gebe ich auf, und wir beschliessen weiterzufahren…3 Minuten später stehen wir vor dem Platz! …Man möge den Besitzer anrufen, der kommt dann zum kassieren.

Der Platz ist gepflegt, es gibt Strom und Wasser und Abwasser, aber trotz der grandiosen Aussicht finde ich 22 Euro nicht wirklich günstig. Egal, wir fühlen uns sehr wohl und bleiben 2 Tage. Am Abend kommt der sehr nette Besitzer, wir zahlen und geniessen die Ruhe! Die Ruhe?? Es ist Jagdsaison und es knallen die Flinten bis. Dicht ans Wohnmobil, was kann man denn im Dunklen jagen??? Egal, am nächsten Tag starten wir unser Besichtigungstour und kehren dann zum Platz zurück.

Ach ja…fremdschämen…auch so ein Camperthema: Bis zur Dämmerung stehen wir auf dem Platz alleine, in der Dämmerung kommen 2 Italienische und 1 deutsches Womo dazu, natürlich. Meldet sich niemand. Beim Besitzer, alles Zeihen Strom und Wasser, zahle aber nix, am nächsten Morgen verschwinden sie früh! Sauvolk!

Die Holde verfüttert unser gutes Obst an ihre neuen Freunde!

So, und am nächsten Tag geht es weiter…endlich nach Montepulciano, wenn ich gewusst hätte, was uns erwartet, hätte ich nicht so gut geschlafen.

Montepulciano

Heute ist kein Markt, also können wir parken, der Platz ist ein. Grosser Parkplatz, ich kann verstehen, dass man die Aussicht mag…ich finde den Platz nicht schön. Und so geht es auch weiter. Es gibt Hop on Hop off, aber leider sind die Stationen nicht verzeichnet, und wenn man schon oben in der Stadt ist, braucht man das auch nicht mehr!

Also…wir laufen Richtung Stadt, es gibt einen Lift, aber der ist kaputt, und schon so lange,dass wir die einzigen sind, die überhaupt in die Richtung laufen.

Ok, wir sind. Nicht so fit im Knie…aber noch geht alles…vielleicht nicht so schnell wie mit 30…aber es geht. Wir marschieren also bergauf… nach 100 Metern …bäh… nur tourinepp, nix schönes in sicht…weiter…hoch den Berg….. es wird schlimmer! Die Stadt wirkt sehr ungepflegt, genervte Autofahrer ( ich kann sie verstehen) fahren zu schnell und zu nah. An den Leuten vorbei… ich nehme sogar den Hund auf den Arm…grr… ich will aber zu diesem Hauptplatz, das soll doch so megaschön sein hier…. doppelgrrr, unterwegs , schon. Weit oben, Hunger…wir essen, nicht teuer, 4erlei Bruschetta… aber schlecht… dreifach grrrrrrrrr…. der Wein ist miserabel…

Ok, wir sind oben…jetzt muss es ja toll werden? Wir setzen uns vor dem Dom ins Grand Cafe…. ich muss nicht weiter erzählen…. es ging gar nicht….alles einfach schröddelig, wir sind beide extrem enttäuscht und verlassen den Ort auf dem direktesten steilsten Pfad abwärts…. nein, den Tag streichen wir einfach…igitt!

Toritta di Siena

Wir wollen gerne noch in der Gegend bleiben und vor allem kleinere Städtchen geniessen, und bei der Suche nach einem Stellplatz stiessen wir auf ein kleines Juwel.

In Torrita die Siena hat die Verwaltung scheinbar verstanden, dass Wohnmobile Touristen und Geld in die Orte bringen. Es gibt einen kostenlosen, gepflegten kleinen Platz mit Aussicht…und, unfassbar, sogar der Strom ist so kostenlos wie der Platz!

Der Ort ist nicht gross, liegt auf einem kleinen Berg und ist einfach sehr schön toskanisch….. in einer guten Stunde hat man alles gesehen…aber es ist so behaglich, dass man hier gerne mehr Zeit verbringt!

Auf dem Hauptplatz setzen wir uns vor das Cafe…. als einzige Gäste, bekommen unsere Drinks, der Wirt fragt ob wir gleich noch was wollen….und verabschiedet sich in die Mittagspause für eine Stunde…wenn wir eine Toilette bräuchten, dürften wir die im Rathaus benutzen! Dolce far niente…. es war ein wunderbarer Mittag!

Klar finde ich ein Kirchlein, dieses am Rathaus ist aussergewöhnlich beeindruckend…sehr schlicht und sehr besinnlich…toll

Ich empfehle selten Restaurants, die Geschmäcker sind da doch sehr unterschiedlich, aber dieses ist wirklich himmlisch…. Sehr nett, wunderbare Beratung auch bei den Weinen und eine Küche zum träumen….für uns eine klare 10, die Preise sind übrigens sehr fair, für das Gebotene zu niedrig!

Volterra

Volterra
Stellplatz Volterra

Der Stellplatz von Volterra ist recht gross, hat einen schönen Blick in die Landschaft, und kostet um die Jahreszeit nix, nur Strom muss man zahlen. Also sehr schön! Nachteil: in die Stadt kommt man nur über Treppen….viele Treppen! Als wir oben waren musste erstmal ein Spritz als Aufbaumedizin her…..

Volterra ist sehr schön, unbedingt sehenswert. Die Stadt ist für Ihre Alabasterarbeiten bekannt, man kann die Dinge an jeder Ecke kaufen…auch beim Schleifen zuschauen, ich. Finde es leider nicht schön, drum auch kein Bild…

Aber es gibt zahllose wunderschöne Gassen und wenn man aus der Touristischen Hauptroute abbiegt ist es auch sehr stimmungsvoll und ruhig

Eigentlich wäre an diesem Wochenende Trüffelfest in Volterra gewesen, doch durch Corona ist alles abgesagt. Sehr schade! Aber wir finden ein kleines nettes Lokal zum draussensitzen…. es ist kalt und regnet, aber wir geniessen die Trüffelspezialitäten, den guten Prosecco und kaufen auch gleich noch ein…mjammmm…ein Trüffelrührei am nächsten Tag muss einfach sein.

Und weil der tag ungemütlich ist, und ich einfach etwas platt bin erspare ich Frau und Hund das warten vor Kirchen… ich war wirklich. In keiner einzigen drin!!

Lucca

Lucca

In Lucca gibt es einen Stellplatz im Hinterhof einer Autowerkstatt, hört sich schlimmer an als es ist, es gibt sogar eine Dusche…und der grosse Vorteil, man. Ist wirklich in 5 Minuten in der Stadt.

Lucca ist wirklich sehr schön: um die ganze Stadt gibt es einen breiten Befestigungswall, der begrünz´t und mit herrlichen Bäumen bepflanzt ist. Währen es in der Stadt doch eher eng und dunkel ist, wir auf dem Wall gejoggt, flaniert, geradelt… die Bewohner sind scheinbar ständig auf dem Wall unterwegs.

Es gibt 2 berühmte Türme, einen Glockenturm und einen auf dem einige grosse Pinien wachsen, man kann beide besteigen, aber durch Corona war dies diesmal kaum möglich, aber bei meinem letzten Besuch. War ich auf dem Uhrturm, und muss sagen: die kraxelei lohnt sich.

Es gibt einige sehenswerte Kirchen, besonders sehenswert ist die Kathedrale mit eine tollen Fassade, ganz untypisch liegt sie am Rand der Stadt. Auf dem Platz davor kann man am Brunnen herrlich einkehren…es ist ruhig, Verkehr gibt es keinen.

San Gimignano

Diese Perle der Toskana, von der Viele so begeistert sind, haben wir gesehen. Aus der Ferne. Im Vorbeifahren! Wir haben es versucht, der Stellplatz ist weit ausserhalb der Stadt, grauslig unschön, ein Bus fährt jede Stunde einmal in die Stadt… wir schauten ein paar Bilder im Internet an, und beschlossen, dass nach den Erfahrungen in Montepulciano San Gimignano andere Touristen neppen soll…uns nicht!

Pisa

Muss man wirklich nach Pisa? Ich erinnerte mich an eine nicht besonders schöne Stadt und ziemliches Getümmel um den Turm! Aber die Holde war noch nicht da..also los. Der Stellplatz ist ein Parkplatz, den das Navi nicht findet…wir beschliessen, dass uns 4 Stunden reichen und wir da nicht übernachten wollen.

Er ist wirklich schief!
Sonst steht man hier Schlange

Wir laufen eine gute halbe Stunde in die Stadt, und oh Wunder, durch Corona keine Schlangen, der Ticketshop ist leer. Also Turm von aussen, Dom von innen, Baptisterium auch von innen…. und dann in der Stadt in einer Mega in Kneipe ein belegtes Baguette….an diesem Tag war der Rotwein alle und das Spanferkel auf demBrot nicht der Hit….aber insgesamt muss man es doch mal gesehen haben…es ist anders als auf den Bildern die man kennt. Eine gute Stunde reicht, Taxi zum Stellplatz 9 Euro und ab ans Meer!

Wir fahren das Kurze Stück ans Meer und übernachten auf einem sehr schönen Parkplatz …um diese Jahreszeit ist das erlaubt. Und ich sehe auch hier, was ich so oft gesehen habe: alte Herren fahren mit ihren Autos ans Meer, steigen nicht aus, sondern machen eine Stunde Kreuzworträtseln und fahren wieder…seltsam!

Arezzo

Bei Arezzo muss ich aufpassen, dass ich nicht zu sehr ins Schwärmen komme, für mich die schönste Stadt dieser Reise! Es gibt einen Stellplatz zum Bezahlen, der liegt nicht schön und kostet! Direkt unten, gegenüber vom Eingang in die Stadt am Kreisverkehr ist ein riesengrosser kostenloser Platz, unbedingt empfehlenswert.

Ich kann Gar nicht genau sagen, warum mich Arezzo so begeistert, es hat einen Hauch von Unvergänglichkeit, ganz viel Grösse udn es ist auf spektakuläre Weise unkitschig!

Wir haben auf dem Hauptplatz sehr gut gefrühstückt und am nächsten Tag noch viel Besser gegessen, da sind wirklich Könner am Werk! Nicht nur optisch wirklich ein kaum zu überbietender Genuss…. Perfekt!

Wie so vieles in der Toskana muss man sich auch Arezzo erlaufen…also erstmal auf den Berg! Aber: welch Glücksgefühl!! Es gibt Rolltreppen bis in die Stadt, man kommt direkt auf dem Domplatz raus! Luxus pur!

Kirchen gibt es reichlich, also muss ich doch wenigstens mal in 2 oder 3 reinschnuppern… Hammer! Im Dom stockt einem der Atem…und auch die Kleineren müssen sich nicht verstecken…wow!

Bevor ich hier jetzt eine Menge Mist erzähle: fahrt hin, nehmt euch 2 oder 3 Tage Zeit es. Gibt unglaublich viel zu sehen und zu erleben.

Allmählich wird es Zeit an die Rückfahrt zu denken….aber wir kommen wieder, die Toskana ist herrlich…und es wäre absolut schade sie nur auf bereits totfotografierte Landschaften zu reduzieren, Landschaft, Meer, Essen und Trinken und sehr freundliche Menschen prägen dieses italienische Paradies!

Herbstreise um den Stiefel: Im Süden. Teil 2

Wir brechen früh auf, einfach Richtung Süden , der Himmel ist blau, aber es ist saukalt, aus dem Plan draussen zu frühstücken wird nix….also wie immer, auf dem Weg der erste Bäcker ist unserer, und dann mal sehen.

In Poligano a Mare sieht es nett aus, also Frühstück! Auf der anderen Seite der Bucht ist ein hoch eingezäuntes Haus…vereinzelt kommen Damen aus dieser Richtung und laufen am Strand hin und her…sehr seltsam, ob das ne Klinik ist? Nein, bei der Abfahrt kommen wir am Schild für ein 5 Sterne Hotel vorbei…uii…da möchte ich nicht eingesperrt sein!

Frisch gestärkt beschliessen wir Lecce anzuschauen, nun ist süditalienisches Barock, sowenig meins wie schwäbisches Barock…zu viel, zu viele Putten, zu viel Gold, zu viel Protz…aber was solls, ich will ja nicht da bleiben, und die Stadt soll schön sein.

LECCE

Lecce

Direkt an der Stadtmauer gibt es einen Womostellplatz auf einem normalen Parkplatz, ich glaube 8 Euro, und wirklich direkt im Zenrum. Ein paar Schritte und wir kommen durch ein prächtiges Stadttor in die wirklich schöne barocke Stadt. Es fällt schon sehr auf, wenn Städte nicht im Krieg zerstört wurden…

Wir laufen ein Stückchen, und kommen. An einem herrlichen vollkommen unscheinbaren Olivenölgeschäft vorbei. Dazu muss ich sagen dass die Stadt Andra bei Monte San Angelo als Olivenölstadt gilt, leider ist es uns dort nicht gelungen einzukaufen, weil wir kein Geschäft fanden, das mit dem Wohnmobil anzufahren gewesen wäre. Also muss es nun Lecce sein! Wir kosten, es ist sehr gut, und es ist 13 Uhr…also schliesst hier alles bis 17 Uhr, was tun? Der geübte Leser weiss es: Matti schleppt einen 5 LiterKanister feinstes Olivenöl 4 Stunden durch Lecce!

Lecce ist eine Mischung aus kleinen Gassen und Strassen und grossen pompösen Plätzen, eigentlich wirklich mehr als sehenswert. Es fallen sehr viele maximal pigmentierte Bettler/innen auf…viele mit Baby auf dem Rücken.

Es kommt natürlich wie es kommen muss…Matti muss in die Kirchen….also Ticket gekauft ( 8 Euro finde ich etwas üppig?) und rein, Nummer eins: Horror in Gold, Nummer 2: nicht anders! Nummer 3 ist der Dom, keine Putten., aber dennoch gruselig protzig, das einzig schöne, weil still und nicht überladen ist die Krypta…seht ihr auf den Bildern. Moni sitzt vor Kirche Nummer 3 bei ihrem dritten Kaltgetränk und amüsiert sich über ihren bekloppten Mann….sie besichtigt meist das, was ich toll finde und spart so einiges an Frust.

Die ruhigeren Ecken und Strassenzüge sind deutlich schöner, und so schleppe ich mein 5 Liter Andenken Richtung Wohnmobil, wir wollen weiter, die Stadt reizt nicht zum übernachten. Fazit: anschauen, kein Öl kaufen und nicht am Dom was trinken!

Wieder ans Meer und weiter Richtung Süden wird es Zeit nen Stellplatz für die Nacht zu suchen, zumal das Wetter nicht so wirklich nett ausschaut! Kurzer Stop am Supermarkt, Stilkohl und Salsiccia…und dann mutig vom Berg ans Meer runter….hui, hoffentlich komme ich da wieder hoch. In Marina di Andrano muss im Sommer die Hölle sein, die kleinen Häuser am Meer haben ihre Gärten alle in Parkplätze verwandelt… viele Parkplätze und wenig Strand! Im Herbst ist es ausgestorben und man kann wunderschön direkt am Meer kostenlos übernachten.

Ich habe das Gemüse noch nie gekocht, obwohl es in Italien überall angeboten wird… es soll bitter sein, aber das mögen wir. Also traditionell mit den Orechiette aus Bari und Kalbsvogerl…. der Bringer wars nicht. Trotz aller Mühen schmeckte es etwas nach Gras, nicht schlecht, aber ich hatte mehr Bumms erwartet. Ein Paar Tage später sahen wir es in einem Restaurant auf Toast mit Lardo, da seh es sehr gut aus…aber war ausverkauft…grr

Cima di Rapa

Die Nacht wird sehr ungemütlich, es schüttet und stürmt, ich muss erstmal schauen ob wir weit genug von Bäumen weg stehen…alles wackelt und klappert…nix für schwache Nerven.

Am Morgen gehts mit dem Wetter, aber in dem ganzen ausgestorbenen Ort gibt es keinen Bäcker, und unser Garganobrot war beim kaufen schon uralt und ist auch als Toast nicht zu retten! Also einpacken und weiter!

Der Himmel hängt nicht voller Geigen sondern voller Wolken…. das wird definitiv kein Strandtag! Ok, also weiter…. wir machen uns auf eine weite Strecke gefasst: Matera oder nicht? Es war Kuturhauptstadt, das spricht für einen Besuch, aber Höhlenwohnungen interessieren mich noch viel weniger als barocke Schnörkelkirchen!

MATERA

Also fahren wir erstmal los, und lassen uns überraschen. Wir übernachten irgendwo, und sind zum Frühstück in Matera. Auch hier ist ein Stellplatz direkt am Bahnhof. Wir parken, orientieren uns kurz bei Tante Google wo wir hin müssen und laufen los. Wir laufen ungefähr 5 Minuten und sind von den Socken: ein Bahnhof! Ein superschöner Bahnhof mit unterirdischen Gleisen, ein Bahnhof mit Eingängen wie in einer Weltstadt, ein Bahnhof mit dem Pferd von Dali davor, ein offenbar sehr sehr teurer Bahnhof! Und? Ein Bahnhof mit einem Gleis!! Da ist offenbar sehr viel Geld in die Kulturhauptstadt geflossen.

Ich kanns kurz machen, man muss die Sassi ( das sind die Höhlenwohnungen) gar nicht alle anschauen, die Stadt ist auch so wirklich superschön! Wir schlendern und schauen und freuen uns. Es ist gerade ein Musikfestival in der Stadt, aber durch Corona sind die Plätze so reduziert, dass es keine Chance auf Karten gibt.

Erster Stock: Heilige in Öl, Mittelalter und später. Horror, ich Banause habe mal Stilkunde unterrichtet… Madonnen mit Kind und Märtyrer lösen in mir einen Fluchtreflex aus. Die Säle im ersten Stock schaffe ich mit gefühlten 200 Bildern in unter 2 Minuten! Zweiter Stock, ok, 3 Minuten. Dritter Stock? WOW Kunst des 20 Jhdt, in Matera entstanden und eine wunderschöne Fotoausstellung! Weil Moni draussen sitzt, schaffe ich es in 45 Minuten…es hätten auch 2 Stunden werden können!

Ich schaue in ein paar Kirchen, irgendwie kann ich da nicht richtig ticken…aber ich schau nur kurz rein…sie sind alt, aber wohl Ende des 19 Jhdt. „Modernisiert“ und sehen auch so aus… Aber es gibt eine alten Adelspalast, Palazzo Lafranchi , in dem ein Museum ist, also bleiben Frau und Hund, diesmal ohne Ölkanister im Schatten vor einem sehr netten Cafe und Matti macht in Kultur! 6! sehr gelangweilte ( es waren 3 Gäste im gesamtem Museum) verkauften mir ein Ticket für 2 Euro. Klasse!

Auf dem Weg raus höre ich eine himmlische Sopranistin, die Tango singt…nein nix vom Band, ich schmuggle mich in den Saal, natürlich von der Sängerin bemerkt und gewunken…die für ein Piazzola Konzert am Abend mit ihrem Orchester probt. Matti ist ergriffen und von den Socken. Das Video ist dementsprechend heimlich und wackelig…also Mist, aber vielleicht zeige ich es euch dennoch.

Palazzo Lafranchi Matera in Öl
Reinhören!

Wieder draussen, Frau und Hund freuen sich, bekomme ich ein Bier, ein sehr leckeres Bier, und muss nur das Bier zahlen und nicht das Unescokulturerbe noch mit…es leben in Matera offenbar. Noch mehr Menschen als Touristen. Sehr schön!

Am späten Nachmittag fahren wir weiter, wir wollen es bis Carpaccio schaffen, wo unser Sohn uns einen angeblich wunderschönen Campingplatz empfohlen hat.

Carpaccio und Paestum

Das Navi findet den Campingplatz, die Schranke ist offen, aber keiner da. Ganz vorne am Strand stehen im Kies ein Paar Wohnmobile, sonst ist alles ausgestorben. Wir suchen uns einen Platz ganz vorne…superschön, aber es regnet und stürmt…also ist nicht viel mit Spazieren gehen. Der Platz insgesamt ist alt und ziemlich verwahrlost, die Saison ist zwar vorbei, aber ich kann mir nicht vorstellen dass es im Sommer besser ist. Neuer ist es auf keinen Fall.

Am nächsten Morgen gibt es Aufbackbrötchen, die sind auch in Italien nicht der Hit, aber besser als Labbertoast allemal. Und auf gehts die paar Kilomater nach Paestum, soll ja ganz grossartig sein. Vorsicht: Kulturbanause, aber wer in Ephesus oder in Athen oder sonstwo mit Tempeln war, der braucht Paestum nicht! Wir fahren hin, schaun es von aussen an und fahren fröhlich weiter!

Paestum

Unser nächstes Ziel ist Heraklion. In Pompei war ich schon mehrfach und bin immer etwas überfordert. Beim ersten Besuch nahm ich mir eine privaten Führer…sonst hätte ich die Hälfte nicht gesehen. Haraklion ist überschaubarer und wir sind sehr gespannt. Der Parkplatz ist gut ausgeschildert, die fahrt durch den Ort recht ungemütlich…ein permanentes Anfahren am Berg bei italienischer Fahrweise ist nicht wirklich komisch….aber wir kommen wohlbehalten an…und ? 8 Euro…PRO STUNDE. Egal..da muss ich durch, ich will ja hin.

Heraklion

Heraklion

Das antike Heraklion liegt in einem Loch, am Rande der Stadt, das heisst die neue Stadt liegt drüber…ich denke, kein Mensch weiss wie weit es sich noch erstreckt, aber man kann ja schlecht die neue Stadt abreissen um die alte auszugraben…obwohl? Schade wärs nicht drum…grins

Ich kanns kurz machen: ein Besuch lohnt sich sehr! Wir haben im Museum begonnen und uns dann durch die Ausgrabungen gearbeitet. Mit etwas Blick für Details muss man einfach begeistert sein! Ich muss mich hier wirklich sehr bemühen um Euch nicht mit Fotos totzuschlagen… aber mehr als sonst werden es!

Hearklion Manneken Piss in 2000 Jahre alt

Wir sind beide absolut begeistert, was ein grossartiges Erlebnis! Am Rande übrigens: Abstand, Fieber messen, Masken tragen war hier so selbstverständlich wie überall auf dieser Reise…. sogar auf den Toiletten in Süditalien war es verblüffend sauber!

Eigentlich war der Plan länger im Süden zu bleiben, aber das Wetter ist nix für Strand, auf Stadt haben wir keine Lust und so fahren wir zum Übernachten ein Stück nach Formia

Wir stehen erst am Strand… aber an einer Strasse, wo wir nicht wissen ob wir das dürfen. Leider sind wir so doof an den Hafen zu fahren, wo Wohnmobile erlaubt sind. Hm..ist ja auch ganz schön da…aber ab 22 Uhr entwickelt sich der Platz zum Treffpunkt aller Kicker und er Mopedjugend… dementsprechend ist die Stimmung am Morgen etwas gereizt. Es ist warm und sonnig, man könnte endlich mal draussen frühstücken…aber sofort umlagern und tausende von kleinen, runden schwarzen Fliegen… und so frühstücken wir mit schlechter Laune unausgeschlafen und beschliessen, ab in die Toskana!