Italien, Wohnmobil-Reisen
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Herbstreise um den Stiefel – Adria

Für eine richtige Umrundung Italiens reichen natürlich 3 Wochen nicht, und so wollen wir die Tour erstmal „üben“ und dann in Ruhe wiederholen. Der Plan ist im Nachhinein ideal, denn einiges, das sich toll anhörte werden wir sicher nicht wiederholen!

Also neues Navi und Lieblingsschaf und los!

Schon vor Luzern kann das neue Navi zeigen was es so kann: 10 Km Stau… wir fahren auf Wunsch der Dame aus dem Navi Richtung Zürich und auf der Westseite um dem Vierwaldstätter See. WUNDERSCHÖN, die endlosen Tunnel um Luzern fallen weg und wir geniessen eine zügige Fahrt mit wunderschönen Ausblicken!

Westseite Vierwaldstätter See

Weil in einer Zeitschrift Comacchio als klein Venedig so besonders gelobt wurde, und es in der Nähe vonFerrara auch nicht zu weit ist, ist das unser erstes Ziel.

Comacchio

Comacchio

In Comacchio lebt man vom Aal, im Herbst wir er gefangen, wenn er Richtung Meer will, geräuchert in in Dosen verpackt. In den 1950 Jahren hat Sofia Loren hier im Ort „ die Frau am Fluss“ gedreht…in eben dieser Aalfabrik, und nun ist sie so etwas wie die Nationalheilige…zumindest Nationaldenkmal!

An diesem Wochenende ist Aalfest,und obwohl es erst Samstags beginnt, ist halb Italien schon am Freitag angereist und wir bekommen einen der letzten Stellplätze auf einem Area Sosta am Rand der Altstadt, ohne alles, aber um die Jahreszeit kostenlos.

Da nach der Fahrt keiner mehr kochen will, gehen wir essen. Wenn man schon mal hier ist, natürlich? Ein Aalmenü!

Ich weiss jetzt,dass marinierter Aal (geräuchert und in der Dose) nicht meins ist, Spaghetti mit Aal schmecken mir nicht, gegrillter Aal ist dagegen sehr lecker! So unterschiedlich sind die Geschmäcker, die Holde war recht begeistert.

Am nächsten Morgen schlendere ich auf der Suche nach Brötchen noch etwas durch den Ort, aber die rechte Begeisterung will sich nicht einstellen…. Vielleicht liegt es am Feststress, oder ich hatte zu viel erwartet, ich finde Comacchio schön als Station um das Naturschutzgebiet am Podelta zu erkunden, und sicher sind langeRadtouren hier sehr schön, aber als Stadt gibt es für mich zu wenig her.

Am Mittag fahren wir ganz in Ruhe weiter an der Adria entlang. Leider sind die Strassen hier so schlecht, dass wir doch für ein Stück auf die Autobahn müssen. Die Geschwindigkeitsbeschränkungen mit 80Kmh sind albern, denn über 60 geht beim besten Willen nicht, und selbst da wackelt es bedenklich trotz Luftfedern. So schlechte Strassen haben wir selbst ganz im Süden nicht gesehen.

Wir fahren Richtung Strand, Valle Caterina, an den Le Morge Strand und stehen wunderbar ruhig und kostenlos!

Valle Catherina

Gargano

Am nächsten Morgen fahren wir auf der Suche nach Brötchen schon mal weiter… aber durch den Giro d Italia ist die Küstenstrasse gesperrt und wir müssen hoch in die Berge ausweichen. Die Strecke ist wunderschön und die Menschen sind nicht an Camper gewöhnt, die einen grüssen in den kleinen Ortschaften, manchen winken, andere sind sichtlich gestört dass wir den Sonntagsfrieden offenbar stören.

Gargano

Vieste

Wir waren vor sehr vielen Jahren einige Sommer mit unseren Kindern im Gargano und deswegen sehr gespannt, wie sich das Gebiet um Vieste verändert hat.

Upps, verändert ist gar kein Ausdruck! Während vor 30 Jahren die Olivenbäume bis ans Meer wuchsen und ab und an ein Campingplatz und gar kein Hotel zu sehen war, ist heute auf beiden Seiten der Küstenstrasse kein Stückchen mehr unbebaut. Das Vieste, das wir so liebten gibt es nicht mehr.

Stellplatz Vieste

Wir stehen auf einem Stellplatz mit toller Aussicht über dem Hafen, alles macht einen sehr ungepflegten Eindruck. Im Ort ist das meiste geschlossen, die Saison ist vorbei.

In der Stadt sind die schönen Ecken natürlich noch vorhanden…rauf und runter, treppauf treppab…. leider sind alle hübschen Bars zu, und wir essen auf dem Kirchpaltz eine leckere Kleinigkeit und beschliessen Vieste schon nach 2 Tagen zu verlassen… Das Gargano bietet ja noch viel mehr!

Es gibt sicher noch die schönen Strände, aber keine freien mehr, bei unserer ganzen Fahrt fanden wir keinen Strand, der nicht zu einer Bar oder zu einem Vermieter gehört hätte…. also werden wir nicht mehr ins Gargano fahren. Alles hat seine Zeit!

Monte Sant ´Angelo

Wir fahren eine echte Traumstrecke an der Küste entlang, Traumhafte Aussichten, Wälder, Oliven, das blaue Meer…herrlich! Um mit Genuss fahren zu können, ohne aufzuhalten wie der berüchtigte Rentner mit Hut, halte ich an so oft es geht, und lasse die PKW Fahrer vorbei, es ist doch viel schöner in Ruhe die Fahrt geniessen zu können.

Ich vertraue dem neuen Navi….was ein Fehler ist: obwohl ich Länge, Breite, Höhe und Gewicht eingegeben habe, und als Fahrtoption „leicht“ gewählt hatte, scheucht uns die Hilde endlose Serpentinen nach oben….also von Meer auf Berg auf direktem Wege…nein, das macht nicht wirklich Spass! Zumal ich weiss, dass sich von der ANDEREN Seite eine sehr bequeme Strasse nach oben schlängelt. Egal, irgendwann sind wir oben! Leider um 12.30. Mist, um 13 Uhr schliesst alles… der Stellplatz am Rande er Altstadt ist ein hässlicher Parkplatz, aber zum besichtigen der Stadt ok, leider muss man auch für 3 Stunden den ganzen Tag bezahlen…aber das ist auch ok.

Ich kaufe eines der wunderschönen Garganobrote… um abends festzustellen, dass es mindestens eine Woche alt war…grrr

Da das Wetter nicht wirklich einladend ist fahren wir einfach weiter… das nächste Ziel ist nicht weit…wir waren auf dem Castel del Monte, als man noch direkt nach Oben fuhr, direkt vor eine Wildnis, und natürlich konnte man weder ins Castel, noch konnte man es zu Fuss umrunden! Auch das wird anders sein?!

Castel del Monte

Boah…. schon von weitem sieht man das berühmte Castel über den Hügeln thronen…ein wirklich schöner Anblick! Je näher man kommt, desto mehr sieht man, dass edle Wohngebiete sich dem Castel nähern…die gab es vor 35 Jahren auch noch nicht. Nach oben darf man mit dem Wohnmobil nicht mehr, aber es gibt einen grossen Parkplatz mit Womostellplatz und alle 30 Minuten einen Shuttlebus. Im Herbst klappt ´das super…im Sommer mag ich mir das nicht vorstellen. Ich versuche für den nächsten Tag Tickets online zu kaufen, klappt aber nicht, die Zahlung geht bei schlechtem Internet nicht durch

Castel del Monte

Auf dem gigantisch grossen Stellplatz stehen nur 4 Mobile, ich stelle mich ganz an die Seite, zwar ohne Strom, dafür mit Aussicht…aber es passiert, was passieren muss, ein Deutscher aus Augsburg wechselt den Platz, aber er stellt sich nicht auf einen der gefühlt 1000 freien Plätze… nein, er stellt sich quer direkt vor mich in die Aussicht. Ich bitte ihn höflich doch etwas vor oder zurück zu fahren….und bekomme die Antwort: er kann stehen wo er will! Ich hab ihm was wenig nettes gewünscht… am nächsten Tag sassen sie neben uns im Shuttle, und das war ihnen sichtlich unangenehm

Hinter dem netten Augsburger ist das Castell nun verschwunden!

Der Shuttlebus fährt pünktlich hoch, keine 5 Minuten später sind wir am Eingang, erklimmen das letzte Stück auf den Berg und kaufen Tickets. Den Augsburgern sind sie zu teuer und so bleiben sie draussen…selbst schuld! Durch Corona dürfen nur 2o Menschen in der Stunde ins Castel, aber so früh und im Herbst ist das kein Problem…wir sind ganz aufgeregt…endlich sehen wir dieses stolze Bauwerk auch von innen!

Von innen ist das Castel so beeindruckend wie von aussen, 2 Etagen sind zu besichtigen…sehr schön!

Mit dem nächsten Bus fahren wir wieder mit unseren netten Nachbarn runter, oben ist die Gastro leider erst mittags geöffnet, also frühstücken wir im Delfin, und fahren dann weiter. Das war ein tolles Highlight!

Ach ja…weil wir ja ab und zu jammern…Knie, Rücken…nicht mehr neu alles, auf dem Castel trafen wir auf ein Paar, einer hatte eine Beinprothese, und quälte sich wirklich sehr sehr langsam den Berg hoch und in das Castel, der zweite Stock war für ihn leider unerreichbar….da halten wir doch mal die Klappe und sind dankbar wie gutes uns geht!!

Bari

Bari

Weiter gehts nach Bari, da freuen wir uns drauf, wir waren mal einen Tag bei einer Kreuzfahrt in der Stadt und haben sie in bester bestersehr guter Erinnerung!

Wir stehen im Zentrum auf einem Wohnmobilstellplatz, der zu einer Autowaschanlage gehört, nicht schön, aber sehr nah in die Stadt, für eine Nacht gehts!

Die Nikolauskirche in Bari gehört zu den schönsten Kirchen die ich kenne, sie hat eine wunderbare Stimmung und ist nicht protzig, obwohl sie sehr schön ausgestattet ist!

Wie so oft in der Christenheit sind die Gebeine allerdings geklaut:

Dann drangen sie mit 47 Mann in die Kirche ein, überwältigten die vier Wächter und brachen mit einem Hammer das marmorne Grab auf. Der Zeitzeuge Nicephorus: „Erfüllt von Freude, hoben die Bareser den heiligen Leichnam auf ihre Schultern und gingen, Gott lobpreisend, zurück zu den Schiffen.“

Zwar behaupteten die Grabräuber, sie hätten den Heiligen vor muslimischen Eroberern in Myra retten wollen. Doch ihr Geschäftssinn spielte wohl eine mindestens ebenso große Rolle: Bari war eine blühende Handelsmetropole gewesen, drohte aber an Bedeutung zu verlieren. Durch die Gebeine des Heiligen wurde sie zum Anziehungspunkt für lukrative Pilgerströme. Bis dahin war Nikolaus vor allem im östlichen Christentum verehrt worden, zu dem Myra gehörte. Der Raub der Gebeine brachte den Kult auch in die westliche Christenheit.

In der bekannten Nudelstrasse kann man den Damen bei der Herstellung von Oricchiette zuschauen und auch einkaufen.

Auf der Suche nach einem Supermarkt im neuen Teil der Stadt stellte ich mal wieder fest, dass in Italien viele eigentlich sehr schöne Gebäude leer stehen und verfallen… romantisch, aber schade drum!

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