Frankreich, Spanien, Wohnmobil-Reisen
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Spanien? Unsere seltsame Winterreise!

Schlangenbucht

Dieses Jahr hatten wir uns alles ganz genau ausgetüftelt: Am Dreikönigstag los, da ist es ruhig auf den Strassen, und dann ins Wochenende reinfahren…weitgehend Mautfrei, weil die Franzosen da echt kräftig hinlangen, und wir haben ja 4 Wochen Zeit! Klingt gut? Na ja….. aber schaut selbst!

Millau

Wir fahren also ganz fröhlich das Rheintal entlang…natürlich ist Dreikönig nur in Bawü Feiertag, also alles voll…ist ok. Über die Grenze nach Frankreich und auf die Mautstrecke; ein Bekannter hatte uns gesagt bis Besancon wäre das sonst furchtbar. Es fährt sich angenehm… wir fahren nach Besancon ab, es wird wirklich ländlich, aber auch auf dem Land gibt es Kreisverkehre, gefühlt 155 auf 50 Kilometer. Ok.

Wir tun, was man nicht soll und schlafen auf einem Autobahnrastplatz. Eigentlich wollte ich bis Millau, aber ich bin platt…also schlafen. So richtig gut klappt das nicht, es ist recht viel Verkehr auf dem Platz…also recht früh weiter, wir möchten auf dem Stellplatz am Viadukt von Millau frühstücken. Das klappt! Die Aussicht ist grossartig, das Frühstück lecker und die Brücke wirklich sehr imposant.

Cala d‘Oques

Weiter gehts nach Spanien, da ist sie Autobahn zur Costa Blanca seit diesem Jahr mautfrei… Auch hier schön leer und es wird von Kilometer zu Kilometer wärmer und sonniger. Unser erstes Ziel habe ich aus dem Internet: der Gänsestrand in Hospitalet.

Wir kommen zeitig an, es gibt sogar noch einen Platz in der ersten Reihe, wirklich am Strand. Gefällt uns gut. Wir essen auf der Terasse des Restaurants am Platz ein paar Tapas, nen guten Wein dazu, und die Welt ist in Ordnung. Bis.. ja bis? Die Stühle fliegen, Sturm kommt auf. Die Nacht wird sehr ungemütlich, es wackelt wirklich gewaltig im Delfin! Am Morgen stehen wir fast alleine in der ersten Reihe, viele Mobile sind nach hinten umgezogen, aber da sind Riesenbäume…das wäre ganz sicher nicht meine Wahl gewesen. Laut Wetterappbbleibt es stürmisch, also doch schon wieder auf die Strasse.

Mazarron, die berüchtigte Schlangenbucht

Schlangenbucht

Die Fahrt ist entspannt, auf der Autobahn ist weniger Sturm als an der Küste, so kommen wir schnell in der Schlangenbucht an. Vorne ist alles belegt, also weiter hinten. Die Aussicht auf einen Pössel mit Quad und Anhänger, natürlich möglichst breit quer gestellt ist suboptimal. Der mittags schon deutlich angetrunkene Nachbar macht es auch nicht lustiger. Recht unfreiwillig verstehe ich alles, was er mit seinen Kumpels und seine Holden so von sich prahlt. Puh. Es nutzt alles nix, wir fühlen uns unwohl, wir könnten zwar warten bis jemand abreist, aber wir wollen lieber selbst weg. Dass wir kurz darauf auf diesem Stellplatz eine herrliche Woche verbringen, konnten wir uns da noch nicht vorstellen.

Vorsicht…hier beginnt das Drama!

Im groben Plan wollten wir zu dem Paar stossen, mit dem wir im vergangenen Jahr Silvester und 3 Wochen in Xabia verbracht hatten. Ich schrieb die Dame an, sie könne das Nudelwasser aufsetzen, wir kämen! Sie schickte einen Freusmiley…wie man eben reagiert, wenn man sich freut. Leider hat sie vergessen, uns darauf hinzuweisen, dass bei ihnen der Platz voll ist. Und zwar ganz voll. Der Platz nebenan auch. Zudem liegen die Plätze an einer sehr stark befahrenen Strasse, also eh weniger unser Anspruch. Erst rege ich mich natürlich auf, denn wenn ich weiss, dass jemand kommt, dann frage ich wenigstens ob ein Platz gebucht ist, wenn es so voll ist. Egal, hat sie nicht und das Thema hat sich für mich total erledigt.

Proost

Wir sind jetzt allerdings einige Kilometer weiter im Süden als wir wollten… viel weiter…eben wegen des Besuchs. Also übernachten in Malaga, da ist ein ganz guter kostenloser Stellplatz direkt am Strand. Zum übernachten und überlegen, was wir nun machen reicht er gut aus.

Wir hatten zum Jahreswechsel unsere Handyverträge gewechselt, mein Wechsel klappte perfekt, monis Handy wollte die Pin nicht. Moni ohne Handy ist ja doof…also Matti in Malaga zu Carrefour, davor eine Reihe Handyshops. Bei Vodafone ist keine Schlange. Ein netter Junge verkauft mit innerhalb von 10 Minuten eine Prepaid Karte und setzt sie mir auch ins Handy: 40 GB für 20 Euro! PERFEKT

Malaga Stellplatz

Das wars aber auch schon mit Malaga! Ich liebe zwar das Picassomuseum da sehr..man läuft ganz unbemerkt aus einem alten Palazzo in einen modernen, lichtdurchfluteten Neubau…. Aber es ist noch Corona…also kein Museum..und nein, eigentlich auch keine grosse Stadt. Was tun? Jetzt sind wir so weit im Süden…Tarifa? Sturm. Portugal? Nöööö, zu weit. Portugal und dann Santiago di Compostelle und Atlantik zurück? Zu kalt…zu früh im Jahr. Matti hat schlechte Laune.

Entscheidung: Naturreservat Cabo di Gata

Cabo di Gata

Cabo de Gato

Wir kommen an..und , sagen wir mal so: es ist erst auf den zweiten Blick schön. Wir verbringen die erste Nacht auf einem Parkstreifen am kilometerlangen Strand, das fühlt sich gut an. Am nächsten Tag ein schöner Ausflug durch die Berge in ein paar kleine Buchten Viel gelaufen. Und faul in der strahlenden Sonne gesessen…sehr schön! Am Nachmittag kommt ein Jeep, die Ranger erklären uns, dass man hier nicht übernachten darf. Das wussten wir, es standen genug Schilder da. Aber es standen auch Wohnmobile da, die schon länger da standen…was die wohl gemacht haben? Einer hatte Teile seines Motors neben dem Womo und lag den ganzen Tag drunter…wohl eher schlecht mit wegfahren! Wir fuhren also wieder auf den Parkstreifen am Meer, keine Schilder.. kein Verbot. Um 22 Uhr klopft es heftig: wegfahren. Kein Schild? Wegfahren. Warum? Wegfahren. Ich lege mich nicht mit Leuten an die eh stärker sind, das bringt nix, also Sitze gedreht und ins Dorf. Da ist ein Stellplatz, den hatten wir gesehen, steht zwar auch nichts dran, aber er steht im Führer. Hässlich. Ein Parkplatz eben. Aber es kam noch besser: direkt nebenan, durch sie Strasse getrennt ist genau so ein Schotterplatz, da steht auch nicht dran…und die selben Herren der Staatsmacht vertreiben, es ist 23 Uhr die Wohnmobile von diesem Platz…und da es auf unserer Seite voll ist müssen die weiterfahren. So etwas bescheuertes habe ich noch nie erlebt. Dass man nicht überall übernachten darf, ist klar, in Naturschutzgebieten eh nicht, aber auf Schotterplätzen, an denen gar nichts steht so einen nächtlichen Aufstand? Ich habe von Spanien keine gute Meinung.

Vielleicht fahren wir einfach die Küste entlang an die Riviera? Egal..das wird sich finden. Erstmal müssen wir um Almeria…und da bekommen auch starke Menschen Depris. Alles was flach ist, oder flach gemacht werden konnte, bis auf die Berge rauf ist in Plastik verpackt, dicht an dicht nur „ Gewächs Slums“ es sieht fürchterlich aus. Da wir eh dran vorbei kommen, möchte ich nochmal zur Schlangenbucht. Jetzt wissen wir ja was uns erwartet….

Schlangenbucht, die Zweite

Schlangenbucht Mazarron

Es gibt einen netten Platz, auch zweite Reihe, aber mit genug Abstand…alles gut, man kann sehr schön mit dem Hund laufen und es ist warm genug um lange draussen zu sitzen. Bis der Nachbar seinen Generator und die Dieselheizung anwirft. Es stinkt. Und es ist laut. Aber: am nächsten Morgen ist ein Platz auf der anderen Seite der Bucht frei. Erste Reihe, genug Platz zu den Nachbarn…perfekt. Sitz rum und los, Moni hält die Kaffeekanne fest.Umzug!

Ende des Dramas, ab hier wirds schön!

Wir sind entspannt…einmal muss ich LPG tanken und dazu nach Mazarron, kein Problem, dann kann man auch. Gleich gründlich einkaufen. Wir lernen eine sehr nette junge Familie kennen, die mit ihren beiden Kindern ein Jahr reisen…sehr nett, da passt die Sympathie mal wieder perfekt.

Christiane und Kalle, ihr macht das genau richtig! Wir sehen uns bestimmt irgendwo wieder!

Wir verbringen hier wunderbare entspannte Tage, das Wetter passt, man kann auf dem Platz entsorgen…das ist das einzige was wir brauchen. Nebenan ist die genauso bekannte Ziegenbucht, die gefällt uns allerdings nicht, da ist schon viel Schmuddel dabei. Aber jeder wie er mag. Wir zahlen in der Schlangenbucht übrigens 6 Euro am Tag, da kann man nicht jammern.

Hospitalet de Infant

Die nächste Wiederholung: der Gänsestrand, da sind wir ja nur wegen Sturm weg. Wir bekommen einen schönen Platz am Strand, neben netten Menschen aus Heidelberg…doch davon später. Auf dem Campingplatz gibt es eine Waschmaschine, und so kann ich den Wäschebeutel leer waschen, und weil der Wind so schön bläst und man die Sachen direkt vor dem Delfin an den Zaun hängen kann wasche ich sogar die Tagesdecke…das ist Übermut…grins…

Freunde hatten sehr geschwärmt, dass man bei der Fischereigenossenschaft in Cambrils so wunderbar frischen Fisch essen könne, aber nachdem wir mittags nichts essen, kamen wir nicht in den Genuss. Ansonsten ist der Ort im Winter ziemlich tot, aber durch Corona ist uns das ja sogar eher recht. Wir wollen ja weiter… Richtung San Remo. Hört sich gut an? Finde ich auch. Werde ich nur nie sehen!

Unsere Heidelberger Nachbarin ist gut im Plätze googeln und erzählt von Granja, ein Stellplatz bei einem Gut in Torroella de Montgri. Platz wäre frei, wir verabreden uns dort für den Abend. Der Platz ist nett gemacht, man ruft an und bekommt einen Code fürs Tor. Er liegt allerdings an einer Strasse, die nicht wirklich leise ist und nachts gibt es aus der Mühle nebenan auch Geräusche, ist nicht schlimm, nur nicht das was man sich unter einem Stellplatz auf einem Gut vorstellt. Unsere Bekannten kommen übrigens nicht.

Torroella de Montgri

Dafür passiert etwas, das bei mir selten ist: ich bin schockverliebt in den ganzen kleinen Ort. Nette Menschen, Tolle Häuser, ein kleiner Markt, schöne Geschäfte….ein Wohlfühlort! Ich rollere 3 Km ans Meer…muss ich nicht haben…smile, lieber weiterfahren

Sete

Stellplatz Sete

Raus aus Spanien…und rein nach Frankreich ist die Devise. Sete ist nah und bei Sete gibt es einen Stellplatz direkt am Meer. Ich trage die Stühle und im Rucksack eine Flasche Sekt an den Strand und wir geniessen einen herrlichen Tag! Plötzlich ein Hallo hinter uns…wer sagt hier am einsamsten Strand Frankreichs Hallo? Es Sind die beiden Heidelbergger, denen hatte die Granja in Spanien nicht gefallen, und nun sind sie ein paar Kilometer weiter in Balaruc Les Bains . Zufälle gibts!?!?

Dicht bei Sete ist Marseillan, da kommt der Neuily Prat her, leider hatte der Shop und das Museum um Januar und Februar zu. Wir verbringen noch eine nacht auf dem Stellplatz in Balaruc…aber am Strand ist es schöner, also ziehen wir zurück. Jetzt wird es allmählich Zeit weiterzufahren zu…wenn wir noch weiter wollen. Wir wollen!

Le Lavandou

Eine herrliche Küstenstrasse bringt uns nach Le Lavandou, immer begleitet von blühenden Mimosen. Der Stellplatz ist einfachst, aber uns stört es nicht, die Gegend ist schön. Entspannungstag…und dann: ein Highlight!!

Saint Tropez

Die Küstenstrasse nach Saint Tropez ist wirklich eng, aber man kann sie gut fahren, im Sommer mag das anders aussehen, aber um die Zeit ist kein Verkehr. Am Anfang von Saint Tropez ist ein Parkplatz am Hafen, auf den auch Womoos dürfen. Hurra. Aber Sturm. Und zwar richtig Sturm. Es nützt nix, ich brauche einen Supermarkt. Super U. Sehr gut. Ähm…saint Tropez ist teuer, aber ein Minigrillhähnchen im Supermarkt für 19.50 darf gerne im Markt bleiben, Wir frühstücken und treffen die beste Entscheidung…nicht an die Riviera… bei dem Wind kann man eh nichts machen…nein, zurück! Zurück wollten wir mautfrei, hui! Die Strecke führt über die höchsten Berge und kleine Städtchen und ist wunderschön …Wieder zurück in die Camarque. Und hier wurde die Reise nochmal zum echten Traum!

Aigues Mortes, Port du Roi

Saline.. irre wie pink das Wasser

Port du Roi sah im Internet schön aus…wir fanden es nicht schön. Also weiter nach Aigues Mortes, da gibt es einen Stellplatz direkt an der Stadtmauer. Gibt es. Es gibt auch Platz. Aber sonst gibt es? NIX. Der Ort ist klein und im Sommer sicher sehr. Nett, im Winter hatte einfach alles geschlossen. Ein Italiener hatte auf, und ein Laden mit Tourikitsch. Kein Cafe, keine Bar, kein Eis.

MattiMoni: WEG HIER!

Saintes Maries de la Mer

Die Camarque gefällt uns sehr, wir können gar nicht genau sagen warum, wir fühlen uns hier einfach sehr wohl. St, Marie ist ein sehr netter kleiner Ort…Zigeuner wallfahrtsort ( ja, in Frandkreich gibt es nicht nur Sinti und Roma, es gibt Gitane und die sind stolz drauf) es Gibt einen Stellplatz am Strand und einen in der Stadt, der in der Stadt ist einfach praktischer. Wir machen einige Ausflüge, nach Arles und Flamimgos schauen, und eine Saline besuchen, die leider auch nur im Sommer offen hat, aber nachmittags landeten wie immer wieder in St. Maries und freuten uns drauf.

Ein Ausflug nach Arles war ein kulinarischer Höhepunkt dieser Reise… ja, das muss auch mal sein!

Wir haben die letzen Tage sehr genossen, sind über Avignon nach Hause gefahren, eine letzte Übernachtung in Breisach, direkt am Rhein, sehr empfehlenstwert. Und nun läuft die Waschmaschine une wir müssen sortieren. Wäsche, Mitbringsel und Eindrücke! Aber sicher ist, Spanien ist nicht unser Land, wir fahren nicht mehr hin, es ist schwer zu beschreiben, aber während wir uns in Italien und Kroatien immer sehr willkommengefühlt haben, war das ist Spanien nicht der Fall. Es ist schön, ganz ohne Frage, und im Hinterland vielleicht auch netter….aber wir fühlten uns nicht wohl.

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